Chrysler Erzwungener Produktionsstopp

Chrysler hat wegen Problemen mit einem Zulieferer die Fließbänder in vier seiner Fabriken anhalten müssen. Sollte sich die Situation nicht entspannen, sieht der US-Autobauer auch die Produktion in den anderen Niederlassungen bedroht.

Detroit - In einer fünften Fabrik fiel die zweite Schicht aus, wie Chrysler am Montag mitteilte. Von dem Produktionsausfällen waren mehr als 10.000 Mitarbeiter betroffen. Hintergrund sind Finanzprobleme beim finanziell schwer angeschlagenen Zulieferer Plastech, von dem Chrysler Plastikkomponenten für nahezu alle seine Fahrzeuge bezieht.

Das Unternehmen aus Dearborn, das für Chrysler rund 500 verschiedene Zubehörteile herstellt, hatte am Freitag ein Vergleichsverfahren zur Insolvenzabwendung beantragt (Chapter 11), nachdem Chrysler angekündigt hatte, sich nach einem neuen Produzenten umschauen zu wollen.

Angesichts der Auseinandersetzung hatte Plastech die Zulieferung von Chrysler vorerst gestoppt. Andere Autobauer wie Ford oder GM wurden Unternehmensangaben zufolge aber weiter beliefert.

Ein Aufeinanderstreffen vor Gericht brachte am Montag zunächst keine Lösung. Sollte Plastech die Zulieferung nicht wieder aufnehmen, sieht Chrysler den Produktionsfluss an allen 14 Standorten gefährdet, da der Autobauer bei den Zulieferer eine "Just-in-time"-Politik verfolgt und die Lagerbestände zuletzt deutlich reduziert hatte

Angesichts der starken Konkurrenz auf dem Markt rechnen Experten jedoch nicht damit, dass es für Chrysler schwierig werden könnte, Plastech als Zulieferer schnell zu ersetzen.

Chrysler war im vergangenen Jahr von DaimlerChrysler an den US-Investmentfonds Cerberus verkauft worden. Dieser hat dem Autobauer einen strikten Sparkurs verordnet.

manager-magazin.de mit material von ap

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