HVB Unicredit unterliegt Kleinaktionären

Im Streit um den Verkauf der ertragreichen Bank Austria an die italienische Unicredit haben die Kleinaktionäre der HypoVereinsbank einen Etappensieg errungen.

München - Das Landgericht München I entschied am Donnerstag, dass ein Hauptversammlungsbeschluss aus dem Oktober 2006 zum Verkauf der Bank Austria nichtig sei.

Der Beschluss war mit der Stimmenmehrheit der Unicredit  zustande gekommen, die 2005 die HypoVereinsbank(HVB)  übernommen und sich später die Bank Austria einverleibt hatte. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der Vorsitzende Richter Helmut Krenek begründete die Entscheidung mit formalen Fehlern. Den Anlegern hätten unter anderem bei der Hauptversammlung nicht ausreichende Informationen über den Grundlagenvertrag zum Zusammenschluss von Unicredit und HVB zur Verfügung gestanden.

Gegen den Verkauf der Bank Austria hatte es mehrere Dutzend Anfechtungsklagen von Minderheitsaktionären gegeben, die den Kaufpreis für die Bank Austria von rund 12,5 Milliarden Euro als viel zu niedrig erachtet hatten. Die Angemessenheit dieses Preises sei ausdrücklich nicht Gegenstand des Urteils gewesen, sagte Krenek. Die Unicredit will die verbliebenen HVB-Minderheitsaktionäre herausdrängen.

Die italienische Großbank Unicredit hat in Aussicht gestellt, das Urteil des Münchener Landgerichts anzufechten. Es sei "sehr wahrscheinlich", dass das Kreditinstitut Berufung einlegen werde, sagte ein Unternehmenssprecher am Donnerstag.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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