WestLB Sanierung auf der Kippe

Die Anteilseigner der WestLB ringen um das Überleben des Instituts. Bis zu vier Milliarden Euro neues Kapital benötigt die Landesbank laut einem Magazinbericht, um kreditwürdig zu bleiben. Landesregierung und Sparkassen haben noch keine Lösung für das Problem gefunden.

Hamburg/Düsseldorf - Die Westdeutsche Landesbank (WestLB) steckt offenbar in noch größeren Schwierigkeiten als bislang angenommen. Der zusätzliche Finanzbedarf bei dem angeschlagenen Institut ist laut SPIEGEL deutlich angewachsen. Wie das Nachrichtenmagazin berichtet, hat sich der "notwendige Betrag auf bis zu vier Milliarden Euro" erhöht.

Bei einem Treffen der WestLB-Anteilseigner am Freitag sei darüber ergebnislos beraten worden. Hintergrund sei eine Drohung der Ratingagenturen, "die Bonität der Bank massiv herabzustufen". Dadurch wäre es für die WestLB deutlich teurer, sich Kredite zu beschaffen. Sie hätte dann kaum noch eine Überlebenschance, berichtet das Magazin weiter.

Die Landesregierung wies den Bericht zurück. "Diese Forderung der Ratingagentur gibt es nicht", sagte eine Sprecherin von Finanzminister Helmut Linssen (CDU) am Samstag in Düsseldorf. Laut SPIEGEL wird es an diesem Wochenende zu weiteren Krisensitzungen kommen. Zur Debatte stehe dabei der Einstieg eines privaten Investors oder der übrigen Landesbanken.

Wie das Magazin berichtet, wollten die beiden Sparkassenverbände, denen jeweils 25,2 Prozent an der WestLB gehören, bei dem Treffen am Freitag ihren Anteil nicht über die bereits zugesagten Mittel aufstocken. Ihre Kapitaldecke sei dafür zu dünn, sagten Verbandsvertreter laut SPIEGEL.

Das Land Nordrhein-Westfalen hält insgesamt 38 Prozent an der Bank. Aus Eigentümerkreisen hieß es, am Freitag habe ein "gutes Gespräch" stattgefunden. Dabei sei man bei einigen offenen Fragen vorangekommen. Ob sich die Besitzer der Landesbank am Sonntag erneut treffen werden, sei offen.

SPD und CDU streiten um Schuldfrage

Die SPD-Opposition im Düsseldorfer Landtag forderte Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) zum zügigen Handeln auf, um Arbeitsplätze bei der WestLB zu retten. "Das Problem ist, dass durch die Hängepartie von Rüttgers kein Job bei der WestLB sicherer wird, im Gegenteil", sagte die SPD-Finanzexpertin Gisela Walsken. "Es kreist bereits die Zahl von 2000 Jobs, die bei der WestLB wegfallen sollen", fügte Walsken hinzu. Dieser Zahl habe Linssen "bis heute nicht widersprochen".

Der finanzpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Volkmar Klein, kritisierte die Äußerungen. "Es ist grotesk, jetzt Jürgen Rüttgers die Schuld zuzuschieben", sagte der Landtagsabgeordnete. Die Regierung sei nicht verantwortlich für die internationale Finanzkrise. "Es bringt auch nichts, die WestLB immer weiter schlecht zu reden", sagte Klein. Die Anteilseigner der Bank stünden zusammen, um die Probleme zu bewältigen. Ziel blieben Fusionsgespräche mit der Hessischen Landesbank (Helaba).

Die WestLB ist durch Fehlspekulationen und die Auswirkungen der internationalen Finanzmarktkrise tief in die roten Zahlen gerutscht. Für das Geschäftsjahr 2007 erwartet die drittgrößte deutsche Landesbank einen Verlust von etwa einer Milliarde Euro. Die Anteilseigner der Bank haben der WestLB deshalb bereits eine Kapitalspritze von zwei Milliarden Euro zugesagt.

manager-magazin.de mit Material von ddp

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