Tui Aktionäre laufen Sturm

Sein Plan, die Reederei Hapag-Lloyd mit der Tui-Holding zu verschmelzen, bringt Konzernchef Michael Frenzel neuen Ärger. Auch Großaktionäre, die bisher als seine Verbündete galten, machen jetzt Front gegen Frenzel. Der norwegische Reeder John Frederiksen fordert, den Konzernumbau zu stoppen.

Hamburg - Tui-Chef Michael Frenzel wird nach einem Magazinbericht von wichtigen Anteilseignern für seinen geplanten Konzernumbau kritisiert. DER SPIEGEL berichtete am Samstag vorab, nach dem russischen Stahlmagnaten Alexej Mordaschow habe nun auch der norwegische Investor John Frederiksen in einem Brief an Frenzel und Tui-Aufsichtsratschef Jürgen Krumnow die geplante Verschmelzung der Konzernholding  mit der Schifffahrtstochter Hapag-Lloyd kritisiert. Frederiksen habe sogar gefordert, die Pläne zu stoppen.

Mordaschow und Frederiksen galten bisher nicht als ausgesprochene Gegner von Frenzel - der im Aktionärskreis durchaus umstritten ist. Der norwegische Milliardär Frederiksen forderte dem Spiegel" zufolge in seinem Brief sogar, die Pläne zu stoppen. Der streitbare US-Investor Guy Wyser-Pratte sagte der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung", er sehe eine Möglichkeit, mit Frederiksen eine Allianz gegen Frenzel zu bilden.

Ein Tui-Sprecher bestätigte am Samstag lediglich, es gebe einen Brief von Frederiksen. Zum dessen Inhalt und zu Details aus Aufsichtsratssitzungen wolle er sich nicht äußern. Konzernchef Frenzel wird seit längerem von Aktionären für seine Strategie und die mäßige Ertrags- und Aktienkursentwicklung von Tui kritisiert.

Über geschäftliche Verbindungen und Kooperationen im Reisegeschäft hat Frenzel mehrere ihm wohlgesinnte Aktionäre aus Spanien, Marokko und Ägypten an Tui gebunden. Sie halten gut 20 Prozent der Anteile. Als bisher neutral in der Auseinandersetzung um die Tui-Führung galt Frederiksen, der gut 5 Prozent an dem Reise- und Schifffahrtskonzern hält.

Im SPIEGEL-Bericht hieß es außerdem, neben Familienmitgliedern von Ex-WestLB-Chef Thomas Fischer solle auch Tui-Chefkontrolleur Krumnow zusammen mit seiner Frau Ende 2006 zu Sonderkonditionen mit dem Hapag-Lloyd-Kreuzfahrtschiff "MS Europa" gereist sein. Die Kosten für den Aufenthalt, versicherte Krumnow in einer Stellungnahme gegenüber dem SPIEGEL, hätten "den Konditionen" entsprochen, die "Mitarbeitern der Hapag-Lloyd AG und damit auch den Mitgliedern des Aufsichtsrats eingeräumt werden".

manager-magazin.de mit Material von reuters

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