VW Porsche will sich mit Betriebsrat einigen

Eine außergerichtliche Beilegung des Streits um die Mitbestimmung in der neuen Porsche SE rückt nah. Magazinberichten zufolge macht Porsche-Chef Wiedeking dem Volkswagen-Betriebsrat Zugeständnisse, um den Wolfsburger Konzern in Frieden übernehmen zu können. Die Gewerkschaftsspitze hilft.

Hamburg/München - Porsche  und der Betriebsrat von Volkswagen (VW)  wollen ihren Streit um die Mitbestimmung in einem gemeinsamen Unternehmen offenbar noch vor einer gerichtlichen Klärung beilegen. Das Magazin "Focus" berichtete am Samstag vorab, in der kommenden Woche solle es Gespräche darüber geben, wie die Mitarbeiter von VW nach einer Übernahme durch Porsche im gemeinsamen Unternehmen vertreten würden. DER SPIEGEL berichtete von einem finalen Versuch noch in dieser Woche.

Ein Porsche-Sprecher bestätigte den Termin nicht. Er sagte aber, dass Gespräche über eine Einigung vor dem Gerichtstermin liefen. Über Zeit und Ort sei jedoch Stillschweigen vereinbart worden.

Der VW-Betriebsrat hatte seinen Großaktionär verklagt, weil er seine Belegschaft in der neuen Porsche-Holding nicht ausreichend vertreten sieht. Am 13. Februar soll das Verfahren vor dem Arbeitsgericht Stuttgart beginnen. VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh wolle die Klage aber kurzfristig zurückziehen, falls Porsche Zugeständnisse mache, berichtet "Focus".

Porsche stelle mehr als 30 Betriebsratsposten für VW-Vertreter in Aussicht - statt der zunächst vorgesehenen 20, ebenso viele wie die Vertreter der Porsche-Beschäftigten. Osterloh pocht allerdings auf mehr Sitze, weil er etwa 27-mal so viele Beschäftigte vertritt wie Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück. Zudem dürften die Wolfsburger ihre bisherigen Gremien wie den Welt- und Europa-Betriebsrat behalten.

Dem SPIEGEL-Bericht zufolge macht der Vorsitzende der Gewerkschaft IG Metall, Berthold Huber, Druck auf Osterloh und Hück. Der Streit schade seiner Ansicht nach dem Ansehen der Gewerkschaft.

Laut "Focus" dringt vor allem Porsche-Chef Wendelin Wiedeking auf eine rasche Einigung. Er wolle eine feindlich erscheinende Übernahme unbedingt vermeiden. In der VW-Belegschaft solle keine Anti-Porsche-Stimmung herrschen, wenn der Großaktionär die 50-Prozent-Schwelle bei den VW-Anteilen überschreite. Bereits auf der Hauptversammlung des Stuttgarter Sportwagenbauers am vergangenen Freitag war aus Porsche-Kreise deutlich gemacht worden, dass man eine Gerichtsverhandlung möglichst vermeiden wolle. Porsche hält derzeit knapp 31 Prozent der VW-Aktien.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa

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