RWE Franzosen vor den Toren

Deutschlands zweitgrößter Stromkonzern RWE ist wieder einmal als mögliches Übernahmeziel im Gespräch. Der französische Staatsmonopolist EdF hat sein Interesse laut einem Magazinbericht bereits auf höchster Ebene bekundet. Angeblich fühlte Präsident Sarkozy vor.

Hamburg - Der französische Energieversorger EdF ist nach einem Magazinbericht an einer Übernahme seines deutschen Konkurrenten RWE  interessiert. Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy habe Bundeskanzlerin Angela Merkel vor wenigen Wochen gefragt, ob mit größeren Widerständen zu rechnen sei, wenn ein französischer Versorger RWE kapern würde, berichtete DER SPIEGEL am Samstag vorab unter Berufung auf "hochrangige Strommanager".

Europas größtem Energiekonzern EdF werden seit längerer Zeit Ambitionen auf dem deutschen Energiemarkt nachgesagt. EdF ist mit einem Börsenwert von 124 Milliarden Euro fast dreimal so groß wie RWE. Ein Sprecher der Bundesregierung lehnte einen Kommentar zu dem Bericht ab. Auch RWE teilte nur mit: "Spekulationen kommentieren wir nicht."

Wie DER SPIEGEL weiter berichtet, haben die Chefs der großen Energieversorger in den vergangenen Wochen in diversen Gesprächen mit der Bundesregierung erfolgreich dafür plädiert, den abgerissenen Dialog über Energiethemen wieder aufzunehmen. Im Bundeswirtschafts- und im Umweltministerium sollen diverse hochkarätig besetzte Runden zu Energiefragen etabliert werden.

Erwogen werde auch eine Art neuer Energiegipfel, bei dem Umwelt- und Verbraucherverbände, Politik und Energiewirtschaft gemeinsam versuchen sollen, ein tragfähiges Konzept für die deutsche Energieversorgung zu erarbeiten.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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