Siemens Wiener Staatsanwalt ermittelt

Siemens bekommt Ärger im Heimatland von Konzernchef Peter Löscher. Der österreichischen Tochter droht ein Strafverfahren wegen der Korruptionsaffäre. Den Hinweis brachte die interne Kontrolle des Konzerns.

Wien - Die Wiener Staatsanwaltschaft ermittelt jetzt bei Siemens Österreich wegen "undefinierter Zahlungen" in Höhe von 60 Millionen Euro. Die Staatsanwaltschaft sei aufgrund eines internen Prüfungsergebnisses von Siemens bei der österreichischen Siemens-Tochter zu diesem Schritt verpflichtet, sagte deren Sprecher, Gerhard Jarosch, dem österreichischen Fernsehen ORF am Freitagabend.

Im Rahmen interner Prüfungen durch die US-Kanzlei Debevoise war der deutsche Konzern bei der Überprüfung der Siemens AG Österreich und deren Tochtergesellschaft VAI für den Zeitraum 2000 bis 2006 auf Zahlungen von insgesamt 60 Millionen Euro gestoßen. Gegenleistungen für diese Beträge seien "nicht identifizierbar oder bestätigbar" gewesen.

Staatsanwaltschaftssprecher Jarosch nannte die Tatsache, dass ein Großkonzern wie Siemens sich selbst kontrolliere und die Ergebnisse auch noch öffentlich mache, "eher außergewöhnlich und herausragend". Ob die Selbstanzeige durch Siemens in der Steuerfrage die Strafbarkeit aufhebt, werde noch zu prüfen sein.

Siemens Österreich hat eine Verwicklung in die Schmiergeld-Affäre des Mutterkonzerns bisher bestritten. Österreich-Generaldirektorin Brigitte Ederer hat nach Angaben der Nachrichtenagentur APA mehrfach betont, dass ihr keine Behördenuntersuchungen gegen ihr Unternehmen bekannt seien. Ihr Sprecher Harald Stockbauer hatte dies Freitagmittag noch bekräftigt.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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