US-Vorwahlen Obama liegt in Iowa vor Clinton

Im November wählen die US-Bürger einen neuen Präsidenten. Die Vorwahlen beginnen bereits am Donnerstag, traditionell in Iowa. Für die demokratischen Bewerber Barack Obama und Hillary Clinton beginnt die entscheidende Phase - und Obama sorgt für eine Überraschung.

New York - Am 4. November wird in den USA der Nachfolger von Präsident George W. Bush gewählt. Doch schon am 3. Januar fällt im Mittleren Westen der Startschuss in dem Rennen um das Weiße Haus.

Im ländlichen Iowa beginnen traditionell die Vorwahlen, bei denen entschieden wird, wen die beiden größten Parteien des Landes als Kandidat in den Wahlkampf schicken.

Dann wird es ernst für die je acht Bewerber, die ihre Kriegskassen bereits mit Millionen Dollar Spendengeldern gefüllt und einen Großteil davon wieder für Wahlwerbung ausgegeben haben. Seit Monaten lauern sie auf Fehler ihrer Konkurrenten und versuchen in TV-Duellen, ihnen Knüppel zwischen die Beine zu werfen.

Obama in Iowa deutlich vor Clinton

Zu den auch hierzulande bekanntesten Gesichtern zählen bei den Demokraten die ehemalige First Lady Hillary Clinton und Barack Obama, charismatischer Shootingstar der Partei. Clinton wäre die erste Frau im Oval Office, Obama der erste Afroamerikaner. Sie gilt als erfahren, er als Hoffnungsträger, der das vom Irak-Krieg gespaltene Land einen soll.

Zwischen Clinton und Obama bahnt sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen an. Anderen Bewerbern, wie dem Südstaatler John Edwards, werden hingegen nur wenig Chancen eingeräumt.

In der entscheidenden Phase vor der ersten Vorwahl in Iowa liegt Obama in diesem Bundesstaat nach einer Umfrage der Zeitung "Des Moines Register" vorn. Für Obama sprachen sich 32 Prozent der Befragten aus. Danach folgten Hillary Clinton mit 25 Prozent, John Edwards mit 24 Prozent und Bill Richardson mit 6 Prozent.

Giuliani, Huckabee und Romney streiten um Bush-Erbe

Bei den Republikanern schicken sich New Yorks ehemaliger Bürgermeister Rudy Giuliani, der frühere Baptisten-Prediger Mike Huckabee sowie der Mormone und Ex-Gouverneur von Massachusetts, Mitt Romney, an, in Bushs Fußstapfen zu treten. Der Texaner darf nach zwei Amtszeiten nicht mehr kandidieren. Giuliani führt bei den Republikanern in den Umfragen auf nationaler Ebene. In Iowa dürfte der Befürworter von Abtreibungen und Homosexuellen- Rechten jedoch keinen Stich landen.

Ohnehin ist nach Ansicht vieler Beobachter bei den Republikanern ziemlich offen, wer am Ende des monatelangen Vorwahlmarathons auf den Parteitag im Sommer zum Kandidaten gekürt wird. Deshalb dürfen sich auch Anwärter wie der Vietnam-Veteran und Senator John McCain oder der Hollywood- Schauspieler und Ex-Senator Fred Thompson Hoffnungen machen.

Entscheidung am "Super-Tuesday"

Entscheidung am "Super-Tuesday" Anfang Februar

Bis die letzten Vorwahlen Anfang Juni stattfinden, wird ein Großteil der Bewerber jedoch bereits das Handtuch geworfen haben. Ein dickes Kreuz im Kalender prangt über dem 5. Februar, wenn in mehr als 20 Bundesstaaten gewählt wird. Experten gehen davon aus, dass spätestens nach diesem "Super-Tuesday" die parteiinternen Rennen so gut wie entschieden sein dürften.

Eine wichtige Signalwirkung wird allerdings bereits von Iowa ausgehen. Dort wird in einer Urwahl - dem "caucus" - im gesamten Bundesstaat in Turnhallen oder Wohnzimmern über die Kandidaten debattiert. Anschließend wird abgestimmt. Wer hier gewinnt, dem sind die Aufmacher der Nachrichten und der Zeitungen im ganzen Land sicher. Er kann hoffen, die riesige Schar Unentschiedener auf seine Seite zu ziehen oder unsichere Wähler seinen Konkurrenten in den anderen Bundesstaaten abspenstig zu machen.

Führende Volkswirtschaft in Rezessionsgefahr

Der Irak-Krieg wird ein Thema sein, auch wenn er im Vergleich zu den Kongresswahlen vor einem Jahr etwas an Brisanz verloren hat. Die Bewerber der Demokraten plädieren allesamt für mehr oder weniger rasche Truppenabzüge, während die Republikaner allgemein eine härtere Linie vertreten.

Aber auch die Gesundheitspolitik wird in einem Land, in dem Millionen Menschen ohne Krankenversicherung leben, eine große Rolle spielen. Ebenso wichtig sind die Positionen zu Einwanderern, Umweltschutz, Steuern oder zur Wirtschaftspolitik.

Die größte Volkswirtschaft der Welt steuert 2008 auf eine Rezession zu, Hunderttausende Familien laufen Gefahr, in Verzug mit ihren Hypothekenzahlungen zu geraten, ihre auf Pump gekauften Häuser zu verlieren und auf der Straße zu sitzen.

Buffett hilft Clinton, Oprah Winfrey unterstützt Obama

Doch mit politischen Argumenten alleine gewinnt man auch in den USA keine Wahlen. Es ist auch schlichtweg wichtig, gemocht zu werden. Deshalb bieten die Bewerber prominente Unterstützer auf. Für Obama zog die Talkshow-Königin Oprah Winfrey in die Schlacht, Clinton hat ihren äußerst populären Mann und begnadeten Wahlkämpfer Bill sowie den Multimilliardär Warren Buffett auf ihrer Seite.

Mike Huckabee heizt seinen Anhängern als Bassspieler in einer Rockband ein. Und er punktete jüngst mit einem Witz über Jesus: Der wäre zu schlau gewesen, um sich jemals für ein öffentliches Amt zu bewerben. Huckabees Umfragewerte schossen danach rasant in die Höhe.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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