Fusion Neuer Autokonzern in China

Chinas Regierung kommt ihrem Ziel, die aufgesplitterte chinesische Autoindustrie zu konsolidieren, ein großes Stück näher. Durch die Fusion zweier führender Hersteller entsteht ein neuer Konzern, mit dem sich die chinesische Autoindustrie gegenüber multinationalen Konzernen durchsetzen will.

Peking - Wie staatliche Medien berichteten, unterschrieb Chinas größter Autobauer Shanghai Automotive Industry (SAIC) am Mittwoch einen Vertrag zur Übernahme des kleineren Rivalen Nanjing Automobile (NAC). Laut "Shanghai Daily" ist dies der größte Zusammenschluss in der chinesischen Autoindustrie seit mehr als 20 Jahren.

Nach achtmonatigen Verhandlungen hätten sich die beiden Seiten nun auf einen Vertrag geeinigt. Demnach werde SAIC Motor 320 Millionen seiner Aktien an Nanjing Auto abgeben sowie 2,1 Milliarden Yuan (210 Millionen Euro) an die Muttergesellschaft zahlen. Nach Experten-Schätzungen könnte der neue Konzern bis 2010 einem Absatz von zwei Millionen Autos schaffen.

Während SAIC in Gemeinschaftsunternehmen sowohl mit Volkswagen als auch General Motors kooperiert, arbeitete Chinas ältester Autohersteller NAC bislang mit dem italienischen Fiat-Konzern zusammen.

Die chinesische Regierung hat vor, die aufgesplitterte chinesische Autoindustrie zu konsolidieren. Derzeit teilen sich 47 in- und ausländische Unternehmen den weltweit drittgrößten Markt untereinander auf. NAC und SAIC hatten vor einigen Jahren jeweils Anteile am bankrotten britischen Autoherstellers Rover gekauft. SAIC hatte die Technologie für die beiden Rover-Modelle 25 und 75 erworben und auf deren Grundlage eine Limousine entwickelt. NAC hatte sich beim Kauf des britischen Unternehmens später aber gegen SAIC durchgesetzt.

manager-magazin.de mit Material von dpa