Alitalia Air France-KLM bekommt Zuschlag

Die italienische Alitalia hat einen Käufer gefunden. Der Aufsichtsrat des Unternehmens hat die Übernahmeofferte der französisch-niederländischen Air France-KLM angenommen. Dem italienischen Staat beschert die einstige Vorzeigefirma täglich Millionenverluste.

Mailand - Der Aufsichtsrat der in finanziellen Schwierigkeiten steckenden italienischen Fluglinie Alitalia  hat am Freitag das Übernahmeangebot von Air France-KLM  angenommen. Die französisch-niederländische Fluggesellschaft hat damit vor dem italienischen Wettbewerber Air One den Zuschlag bekommen.

Die Entscheidung wurde nach einer sechseinhalbstündigen Sitzung nach Börsenschluss bekanntgegeben. Es sei einstimmig entschieden worden, dass "das unverbindliche Kaufangebot von Air France-KLM für die Gesellschaft in ihrem aktuellen kritischen Zustand die geeignetste Lösung für eine schnelle und dauerhafte Sanierung darstellt", hieß es.

Die Airline will nun dem italienischen Finanzministerium vorschlagen, mit Air France-KLM in Exklusivverhandlungen zu treten. Wegen der kritischen Lage der Fluggesellschaft drängt der Verwaltungsrat dabei auf eine schnelle Entscheidung. Die Regierung solle bis zum 15. Januar ein Votum abgeben, wie sie selbst angekündigt habe.

Air France-KLM hatte in dieser Woche angekündigt, im Falle einer Übernahme sofort 750 Millionen Euro in die italienische Fluggesellschaft zu pumpen. Damit sollten das Kabinen-Design, das Unterhaltungsprogramm an Bord und der Service am Boden verbessert werden, um das Image Alitalias zu verbessern. Langfristig sieht der Plan der Franzosen Investitionen in Höhe von 6,5 Milliarden Euro vor. Mit den Investitionen soll vor allem die Mittel- und Langstreckenflotte erneuert werden. Beim Abbau von Arbeitsplätzen will sich Air France-KLM auf das von Alitalia bereits vorgesehene Maß beschränken.

Die Regierung in Rom suchte seit einem Jahr nach einem Käufer. Der Staat will mindestens 39,9 Prozent seiner insgesamt 49,9-prozentigen Beteiligung verkaufen. Derzeit macht die Fluggesellschaft täglich zwischen ein und zwei Millionen Euro Verlust.

Beobachter räumten Air France-KLM bessere Chancen ein, da die Gesellschaft über größere finanzielle Mittel und auch über mehr Erfahrung mit Fusionen verfügt. Air One hatte hingegen den Trumpf, eine rein italienische Lösung anzubieten, was vielen Politikern in Rom zu gefallen schien. Allerdings sieht der Plan von Air One nur Investitionen von einer Milliarde Euro und zudem die Streichung von 3800 Arbeitsplätzen vor.

manager-magazin.de mit Material von ap und dpa

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