Lokführer Kein Streik zu Weihnachten

Die Lokführergewerkschaft GDL hat die Tarifgespräche mit der Deutschen Bahn abgebrochen. Wie manager-magazin.de aus gewerkschaftsnahen Kreisen erfahren hat, gelten die Gespräche damit als gescheitert. Mit Rücksicht auf Millionen Reisende wollen die Lokführer aber zumindest über die Weihnachtsfeiertage nicht streiken.

Hamburg - Die Tarifverhandlungen zwischen der Deutschen Bahn und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) sind am Mittwoch ergebnislos abgebrochen worden. Das teilte die GDL in Frankfurt am Main mit.

Wie manager-magazin.de aus gewerkschaftsnahen Kreisen erfahren hat, betrachtet die GDL die Verhandlungen damit als gescheitert. Das wird die Lokführergewerkschaft der Deutschen Bahn AG auch noch schriftlich mitteilen. Den Begriff "scheitern" hatte die GDL in einer kurzen Mitteilung vom Mittwoch noch nicht verwendet.

Wie es aus den Kreisen weiter heißt, werde die GDL am morgigen Donnerstag um 14 Uhr offiziell das Scheitern der Tarifverhandlungen bekannt geben. Die Öffentlichkeit werde dann auch über das weitere Vorgehen der Lokführergewerkschaft informiert.

Über Weihnachten keine Streiks

Nach Informationen von manager-magazin.de werden die Lokführer zumindest aber über die Weihnachtsfeiertage nicht in Streik treten. "Gewerkschaft und Lokführer wollen es sich nicht mit den Bahn-Fahrern verderben", erfuhr manager-magazin.de aus den Kreisen. Anfang Dezember hatte GDL-Chef Schell erklärt, so lange die Gespräche nicht als gescheitert gelten, blieben die Bahn-Kunden von Streiks verschont.

Wie es weiter heißt, hat GDL-Chef Manfred Schell ein für heute Abend angesetztes Spitzengespräch aller Bahn-Gewerkschaften Transnet, GDBA und GDL mit Bahn-Chef Hartmut Mehdorn überraschend abgesagt. Die Deutsche Bahn AG bezeichnete das Vorgehen Schells als völlig unverständlich.

"Noch heute Mittag liefen die Verhandlungen sowohl inhaltlich als auch atmosphärisch in einem vernünftigen Rahmen", sagte Konzernsprecher Oliver Schumacher. "Urplötzlich" habe die GDL dann am frühen Nachmittag die Verhandlungen für beendet erklärt. "Das ist absolut nicht nachvollziehbar."

Transnet/GDBA wollen für Lokführer verhandeln

Auf Unverständnis stößt GDL-Chef Manfred Schell indes nicht nur bei der Bahn. Sprecher von Transnet und GDBA bedauerten am Mittwochabend, dass Schell das Spitzentreffen abgesagt habe. "Das Ganze wird allmählich absurd", hieß es.

Die beiden Gewerkschaften sehen in dem abgesagten Spitzengespräch "Indizien dafür, dass der von der GDL provozierte Organisationskonflikt unter dem Deckmantel von Tarifverhandlungen fortgesetzt werden soll". Transnet und GDBA kündigten am Abend ihrerseits die Aufnahme von Tarifverhandlungen für Lokführer an.

Anfang Dezember hatten sich GDL und Bahn darauf geeinigt, die Tarifverhandlungen fortzuführen. GDL, der Bahn-Konzern aber auch Transnet und GDBA befanden sich seitdem in Gesprächen über die Eckpunkte eines eigenständigen Tarifvertrags für Lokführer. Das entscheidende Problem bestand von Anfang an darin, diesen Tarifvertrag so aufzustellen, dass er sich konflikt- und widerspruchsfrei in das von den Gewerkschaften Transnet und GDBA mit der Bahn ausgehandelte neue Tarifsystem einfügt.

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