Sonntag, 22. September 2019

Tarifforderung Verdi verlangt 8 Prozent mehr Lohn

Die nächste Tarifrunde im öffentlichen Dienst dürfte sehr konfliktreich werden. Denn die Gewerkschaften fordern für die Beschäftigten bei Bund und Kommunen 8 Prozent mehr Lohn. Die Bundesregierung zeigt wenig Verständnis für die Forderungen von Verdi und Beamtenbund.

Berlin - Die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes bei Bund und Kommunen sollen nach dem Willen der Gewerkschaft verdi und des Beamtenbundes 8 Prozent mehr Lohn erhalten. Mindestens sollen die Gehälter um 200 Euro steigen, erläuterte Verdi-Chef Frank Bsirske die Forderung am Mittwoch in Berlin. Bsirske begründete dies mit dem Reallohnverlust und der starken Inflation in den zurückliegenden Jahren. "Mit steigenden Preisen und sinkender Kaufkraft kann es nicht weitergehen", sagte Bsirske.

Auch Beamte wollen mehr: Der Deutsche Beamtenbund sieht seine Klientel seit Jahren von der Einkommensentwicklung abgekoppelt. Jetzt sei es auch bei den Staatsdienern Zeit für einen Zuschlag.
Der Bundesvorsitzende des Deutschen Beamtenbundes (dbb), Peter Heesen, schloss sich der Argumentation an. "Wir sind seit vier Jahren abgekoppelt von der Einkommensentwicklung", sagte Heesen. Gleichzeitig wies er auf den "dramatischen Beschäftigungsrückgang" hin, der nicht mit einem Rückgang der Aufgaben gekoppelt gewesen sei. Man habe die Forderung daher auf die Kurzformel gebracht: "Deutschland, gib acht."

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble zeigte für die Forderung von 8 Prozent mehr Lohn für die Beschäftigten bei Bund und Kommunen wenig Verständnis. "Ein Tarifabschluss muss die haushaltspolitischen Möglichkeiten des Bundes beachten und darf das Konsolidierungsziel nicht gefährden", erklärte Schäuble am Mittwoch in Berlin. Diesen Vorgaben werde die Forderung nicht gerecht. Sie sei kein gutes Vorzeichen für die am 10. Januar 2008 beginnende Tarifrunde. "Ich erwarte sehr schwierige Verhandlungen", sagte Schäuble.

Der laufende Tarifvertrag endet am 31. Dezember. Die Tarifverhandlungen beginnen am 10./11. Januar. Zunächst sind fünf Verhandlungsrunden angesetzt, die letzte für 6./7. März. Als Laufzeit des neuen Vertrags wird zwölf Monate angestrebt.

manager-magazin.de mit Material von ddp und reuters

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