Daimler Lieferengpässe behindern Produktion

Engpässe bei der Lieferung von Gussteilen behindern beim Daimler-Konzern die Produktion von Personenwagen, Transportern und Nutzfahrzeugen. Verlängerte Weihnachtsferien für viele Daimler-Mitarbeiter sind die Folge.

Stuttgart - Im Mercedes-Benz-Lastwagenwerk im pfälzischen Wörth ruht von Donnerstag an für dreieinhalb Wochen die Produktion. Die Betriebsruhe sei wegen des Engpasses bei Zulieferteilen verlängert worden, teilte der Daimler-Konzern  mit. "Wir gehen davon aus, dass wir die ausgefallenen Produktionsumfänge 2008 nachholen können", erklärte der Wörther Werkleiter Martin Daum.

Am 14. Januar soll die Produktion wieder voll anlaufen. In dem Werk sind rund 10.000 Menschen beschäftigt. Bereits vergangene Woche standen wegen des Zulieferengpasses die Bänder in Wörth zeitweise still.

In einer Erklärung des Daimler-Konzerns hieß es, der boomende Lkw- Markt in Europa führe bei Herstellern und Zulieferern zu einer hohen Kapazitätsauslastung. Da wegen der ungewöhnlich hohen Marktnachfrage Kapazitätsgrenzen erreicht würden, gebe es derzeit in Wörth Lieferengpässe bei bestimmten Zulieferteilen.

Die Engpässe behindern beim Daimler-Konzern die Produktion von Personenwagen, Transportern und Nutzfahrzeugen. Im brandenburgischen Sprinterwerk Ludwigsfelde seien die Beschäftigten bereits am 14. Dezember bis zum 9. Januar wegen der Lieferengpässe in vorgezogene Weihnachtsferien geschickt worden, sagte ein Daimler-Sprecher in Stuttgart. Dort werde die Produktion von etwa 1100 Transportern ausfallen.

In den Pkw-Werken Sindelfingen und Bremen wird die Betriebsruhe für bestimmte Mitarbeiter über Weihnachten um zwei bis fünf Tage verlängert. Keine Angaben machte das Unternehmen darüber, wie viele Nutzfahrzeuge und Personenwagen wegen fehlender Gussteile nicht gebaut werden können und wieviel Umsatz dem Unternehmen dadurch verloren gehe. Auslöser für die eingeschränkte Produktion sind Lieferengpässe für Gussteile einer Schweizer Unternehmensgruppe.

Das Motorenwerk Mannheim sei aufgrund seiner vielfältigen Lieferbeziehungen im internationalen Produktionsverbund "zum großen Teil" nicht von den geänderten Produktionszeiten betroffen. In Bremen und Sindelfingen beginnt die Betriebsruhe am 24. Dezember. Eine Sprecherin wies darauf hin, dass in beiden Werken nicht die gesamte Produktion stillstehen werde.

Es handele sich in den Pkw-Werken Sindelfingen und Bremen um Gussteile, die als Gehäuse für Aggregate dienen. Derzeit laufe die Pkw-Produktion normal. Das Produktionssystem bei Personenwagen im Daimler-Konzern sei so flexibel, dass die Ausfälle wieder aufgeholt werden könnten.

manager-magazin.de mit Material von dpa

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.