Siemens "Es war ein gutes Gespräch"

Für Peter Löscher war es kein leichter Gang. Der Chef von Siemens hat am Montag die US-Börsenaufsicht und das amerikanische Justizministerium über den Stand der Korruptionsaffäre informiert. Es sei ein "gutes Gespräch" gewesen, sagte ein Sprecher am Abend.

München/Washington - Die Siemens-Spitze hat am Montag in Washington der einflussreichen US-Börsenaufsicht SEC Bericht über die Aufklärung der Korruptionsaffäre erstattet. "Es war ein gutes Gespräch", sagte Konzernsprecher Stefan Schmidt am Montagabend auf Anfrage von manager-magazin.de. An der Unterredung hätten auch Vertreter des US-Justizministeriums teilgenommen.

Das Gespräch bilde den Auftakt zu einem "direkten und regelmäßigen Dialog" mit den US-Behörden sagte der Sprecher weiter. Zu Inhalten des Gesprächs und dem Termin eines möglichen weiteren Treffens wollte sich der Sprecher von Siemens  nicht äußern.

Neben Siemens-Chef Peter Löscher und dem Aufsichtsratsvorsitzenden Gerhard Cromme gehörte auch Compliance-Vorstand Peter Solmssen der Delegation aus München an. Der Konzern versucht, die im Siemens-Schmiergeldskandal ebenfalls ermittelnde US-Behörde milde zu stimmen. Branchenkenner fürchten ein hohes Bußgeld der SEC, das mehrere Milliarden Euro betragen könnte.

Über die Affäre sind zahlreiche ehemalige Siemens-Topmanager bereits gestolpert. Löscher, seit Mitte 2007 im Amt, ist der erste Siemens-Chef, der nicht im Konzern groß geworden ist. Die Münchner selbst haben bisher rund 1,3 Milliarden Euro dubiose Zahlungen identifiziert, die auf Korruption hindeuteten.

Wegen der Notierung der Siemens-Aktie an der New Yorker Börse hat sich die SEC in die Ermittlungen eingeschaltet. Seit dem Amtsantritt Löschers versucht der Konzern, sein Image aufzupolieren. So wurde am Freitag der designierte Finanzchef der Industriesparte nach nur einer Woche wieder abberufen, angeblich weil es im Korruptionsfall um die managementnahe Arbeitnehmerorganisation AUB neue Erkenntnisse der Staatsanwaltschaft geben soll.

manager-magazin.de mit Material von reuters