Anlegerumfrage "Energiekonzerne zerschlagen"

Die Mehrheit der privaten Anleger in Deutschland befürwortet die Zerschlagung der Energiekonzerne. In einer exklusiven Umfrage des manager magazins zeigte sich zudem, dass ein Großteil der Kleinaktionäre nicht mehr an einen Börsengang der Deutschen Bahn glaubt.
Von Jonas Hetzer

Hamburg - 59 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass eine Aufspaltung der großen Energiekonzerne zu mehr Wettbewerb und niedrigeren Strompreisen führen würde. Nur eine Minderheit von 8 Prozent hält eine Zerschlagung für einen nicht zu rechtfertigenden Eingriff in die Rechte der Aktionäre.

Das sind Ergebnisse einer Umfrage unter Kleinaktionären, die das Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid exklusiv für das manager magazin durchgeführt hat. Die vollständigen Resultate erscheinen in der neuen Ausgabe, die ab Donnerstag (20. Dezember) am Kiosk erhältlich ist.

Skeptisch zeigen sich die Kleinanleger bei der Frage nach dem geplanten Börsengang der Deutschen Bahn. Lediglich 17 Prozent rechnen spätestens im Jahr 2010 mit dem Going Public des Staatskonzerns. 43 Prozent der Befragten rechnen gar nicht mehr mit einer Privatisierung der Bahn.

Zurückhaltend beurteilen die Anleger die Aussichten an den Börsen. Nur 4 Prozent rechnen auf Jahressicht mit einem Dax-Stand von über 8500 Punkten. Als größte Risiken sehen die Aktionäre hohe Energiepreise (89 Prozent) und einen schwachen Dollar (61 Prozent) an.

Beliebtester Unternehmensführer ist Wendelin Wiedeking (55). 76 Prozent der Befragten glauben, dass der Porsche-Lenker die Zuffenhausener Autobauer  auf der Erfolgsspur halten und für höhere Aktiennotierungen sorgen kann. Schlusslicht in der Gunst der Anleger ist Thomas Middelhoff (54), Chef von Arcandor  (vormals KarstadtQuelle). Lediglich 36 Prozent der Privataktionäre trauen ihm zu, den Kurs zu steigern.