Airbus Schwacher Dollar verzögert Werksverkäufe

Wegen des schwachen Dollar könnte sich der Verkauf mehrerer Airbus-Werke bis ins kommende Jahr hinziehen. Auch die geplanten Jobverlagerungen nach Übersee sind längst nicht durch: Die französische Regierung kündigte jetzt Widerstand an.

Frankfurt/Paris - Die Schwäche des Dollar könnte den Verkauf mehrerer Airbus-Werke bis ins kommende Jahr verzögern. "Die Kaufinteressenten sind vorsichtiger geworden", räumte der Chef des Airbus-Mutterkonzerns EADS , Louis Gallois, in einem Interview der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" und der französischen Zeitung "Les Echos" ein.

"Es ist nun schwieriger geworden, eine Einigung zu finden. Wir arbeiten rund um die Uhr an einer Lösung." Dennoch werde sie womöglich erst Anfang 2008 gelingen. "Wir setzen uns kein Limit", betonte der Franzose.

Das EADS-Werk in Augsburg, das zum großen Teil für den Flugzeugbauer Airbus arbeitet, sei "weiterhin in die Diskussion eingeschlossen", sagte Gallois. In Medienberichten hatte es zuletzt geheißen, EADS sei von den Verkaufsplänen für Augsburg abgerückt. Die Fabrik sollte eigentlich zusammen mit Varel und Nordenham verkauft werden. Der Bieter für alle drei Werke, der Anlagenbauer Voith, war aber abgesprungen.

Gallois wehrte sich gegen politische Einflussnahme auf den Verkauf. "Unsere Aufgabe ist es, die beste Lösung für Airbus zu finden - im Hinblick auf die Arbeitsplätze und das Unternehmen." Die Verzögerung beim Verkauf habe nichts mit der Politik zu tun.

Die Bundesregierung favorisiert angeblich die kapitalschwache Bremer OHB Technology  als Käufer der Werke gegenüber der US-amerikanischen Spirit, die aus Teilen des Airbus-Rivalen Boeing  entstanden war.

Die Werksverkäufe sind Teil des Sanierungsprogramms "Power 8" für Airbus, das Milliarden einsparen soll, aber wegen des steigenden Euro-Kurses bereits für nicht mehr ausreichend gehalten wird. Deshalb will die EADS-Spitze Teile der Produktion teilweise in den Dollarraum verlagern.

Während EADS-Großaktionär Arnaud Lagardere erklärte, dass bei diesem Vorhaben von Frankreich kein Widerstand zu erwarten sei, klang das beim französische Ministerpräsident Francois Fillon schon anders. "Der Staat als Aktionär wird alles tun, um EADS von der Verlagerung seiner Produktion abzubringen", sagte Fillon in einem Interview der Zeitung "Les Echos".

Gallois betonte weiter, operativ laufe das Geschäft gut. EADS werde in diesem Jahr rund 1300 Flugzeuge verkaufen und mehr als 700 Hubschrauber. Einer Kapitalerhöhung bei EADS erteilte Gallois eine Absage: Der Konzern werde Ende 2007 netto 4,5 Milliarden Euro in der Kasse haben, und der Mittelzufluss sei in diesem Jahr positiv. "Wir brauchen keine Kapitalspritze."

manager-magazin.de mit Material von reuters