Dienstag, 21. Mai 2019

Autoabsatz Europa auf der Überholspur

Wachwechsel beim weltweiten Autoabsatz: Nach jahrzehntelanger US-Dominanz könnte Europa Experten zufolge bald der weltgrößte Automarkt sein. Während die Verkaufszahlen in den USA weiter sinken, steigen sie besonders in Mittel- und Osteuropa stark an.

Hamburg/New York – In dem Kopf-an-Kopf-Rennen habe Europa in den ersten zehn Monaten dieses Jahres den Vorsprung der USA bis auf knapp 11.000 verkaufte Autos verringert, berichtet die Fachzeitschrift "Automotive Review Europe" in ihrer neuen Ausgabe (Montag). Für nächstes Jahr sehen Experten den "alten" Kontinent als den deutlichen Gewinner bei der Nachfrage.

Aufholjagd: Nach langer US-Dominanz könnte Europa bald die Nummer eins der weltweiten Automärkte sein
In Europa legte der Pkw-Absatz 2007 bis einschließlich Oktober um 1,2 Prozent auf rund 13,57 Millionen Fahrzeuge zu. Die US-Nachfrage sank der Zeitschrift zufolge zugleich um fast 2,5 Prozent auf 13,58 Millionen Stück.

Den Verbrauchern in Nordamerika machen unter anderem die massiven Folgen der Kreditkrise und die stark gestiegenen Spritpreise zu schaffen. 2006 verkauften die Hersteller in Europa rund 14,86 Millionen Wagen und damit noch etwa eine dreiviertel Million weniger als in den USA.

Auch GM und Opel kommen in Europa gut voran. Opel habe in den ersten zehn Monaten des Jahres 60.000 Autos mehr produziert als ein Jahr zuvor, sagte der Marketing-Chef von GM Börsen-Chart zeigen in Europa, Alain Visser, dem Magazin "auto motor und sport". GM Europe erwarte für 2007 ein Absatzplus von 8 Prozent in Europa.

Auf dem deutschen Markt sieht das Bild allerdings ganz anders aus. Dort ist Opel offenbar noch stärker gebeutelt worden als die Konkurrenz. Visser erklärte, er erwarte, dass der Marktanteil von Opel - 2006 noch bei 9,6 Prozent - in diesem Jahr nicht unter 9 Prozent sinke. "Zufrieden sind wir damit nicht. Aber der deutschen Markt hat sich dieses Jahr einfach verheerend entwickelt.".

Das schwache Abschneiden in Deutschland werde sich auch in der Bilanz von GM Europe niederschlagen, räumte Visser ein. Doch habe sich GM bewusst entschieden, keine hohen Rabatte zu geben.

Der GM-Marketing-Manager forderte die Bundesregierung auf, eine Verschrottungsprämie nach dem Vorbild Italiens einzuführen, um den Autoabsatz in Deutschland anzukurbeln.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa-afx

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