Managergehälter Politik schießt scharf

Die Höhe von Managergehältern erregt weiter die Gemüter: Nach SPD-Chef Kurt Beck zieht jetzt auch Innenminister Wolfgang Schäuble eine gesetzliche Regelung in Betracht. Die soll zwar keine Obergrenze festlegen, dafür aber für Transparenz sorgen.

Berlin - Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble will notfalls sogar mit einem Gesetz nachhelfen, falls Unternehmen nicht freiwillig die Vergütungen offenlegen.

Der CDU-Politiker wandte sich im Gespräch mit der "Welt am Sonntag" gegen gesetzliche Begrenzungen von Managergehältern, rief aber die Wirtschaft auf, "inakzeptabel hohe" Vergütungen selbst zu unterbinden.

"Man kann schon viele Vorbehalte gegen einen Mindestlohn haben, aber ganz sicher kann man einen Höchstlohn nicht gesetzlich regeln. Das wäre völliger Unsinn", sagte Schäuble.

Nachdenkenswert seien jedoch Transparenzregelungen, mit denen Aktienunternehmen vorgeschrieben würde, die tatsächlichen Bezüge ihrer Manager offenzulegen.

Firmen, die sich hier verweigerten, müssten gegebenenfalls durch entsprechende Gesetze dazu gezwungen werden.

Auch der CDU-Arbeitsmarktexperte Ralf Brauksiepe sprach sich in der "Welt am Sonntag" für ein Gesetz zur Offenlegung der Bezüge von Managern börsennotierter Unternehmen aus. Es sei gut vorstellbar, dass der Gesetzgeber für mehr Transparenz bei den Managergehältern sorge, sagte der Bundestagsabgeordnete.

Am Wochenende hatte SPD-Chef Kurt Beck angekündigt, prüfen zu wollen, ob man ungerechtfertigte millionenschwere Manager-Abfindungen per Gesetz unterbinden kann.

Porsche verteidigt Wideking

Porsche verteidigt Wideking

Kritik an der hohen Bezahlung des Porsche-Vorstandsvorsitzenden Wendelin Wiedeking trat der Aufsichtsratschef des Sportwagenbauers, Wolfgang Porsche, entgegen.

Wiedeking sei "jeden Euro wert", sagte er dem SPIEGEL. Schätzungen zufolge erhält Wiedeking für das abgelaufene Geschäftsjahr über 60 Millionen Euro. Dies hängt ganz wesentlich mit dem Einstieg von Porsche  bei VW zusammen.

Die Entlohnung basiere auf einem Vorgang aus den neunziger Jahren, schreibt das Magazin. Nachdem Wiedeking den einst von der Pleite bedrohten Sportwagenhersteller wieder in die Gewinnzone gebracht habe, wollte ihm der Ehrenvorsitzende des Aufsichtsrats Ferry Porsche einen Teil der Stammaktien anbieten, die nur von den Familien Porsche und Piëch gehalten werden, heißt es in dem Bericht weiter. Andere Familienmitglieder hätten dies abgelehnt. Stattdessen garantierten sie Wiedeking, dass er fortan einen Teil des Unternehmensgewinns erhalte. Es soll sich um rund 0,9 Prozent handeln.

Es sei nicht abzusehen gewesen, dass der Gewinn (vor Steuern) jemals auf 5,9 Milliarden Euro steigen könnte, berichtet das Magazin aus dem Gespräch mit Wolfgang Porsche weiter. Das führte im Geschäftsjahr 2006/2007 zu einer Gewinnbeteiligung des Vorstandsvorsitzenden von über 53 Millionen Euro.

manager-magazin.de mit material von ap, dpa und reuters

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