EADS Indien stoppt Helikopterdeal

Die indische Regierung hat den Kauf von 197 Militärhubschraubern des Rüstungskonzerns EADS ohne Angabe von Gründen storniert. Angeblich geht es um Korruption und "die verbotene Nutzung von Mittelsmännern".

Neu Delhi - Der Auftrag im Wert von 600 Millionen Dollar könnte jetzt an andere Hersteller vergeben werden, teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Freitag mit. Die Neuausschreibung werde in den nächsten zwei bis drei Monaten erfolgen. Über die Gründe für die Absage äußerte sich der Sprecher offiziell nicht.

Laut SPIEGEL ONLINE reagiert die indische Regierung mit der Stornierung auf Korruptionsvorwürfe gegen EADS . Grund für die Abbestellung seien "Unregelmäßigkeiten im Bieterverfahren", schreibt der Onlinedienst unter Berufung auf Informationen aus dem Verteidigungsministerium in Neu Delhi. Die EADS-Hubschraubersparte Eurocopter habe die Ausschreibung ursprünglich im Februar 2007 nur "durch die verbotene Nutzung von Mittelsmännern" gewonnen.

Ob EADS Geld gezahlt habe, um den Auftrag zu bekommen, wollte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums laut SPIEGEL ONLINE nicht kommentieren. Auf die Frage, ob das Ministerium EADS Korruption vorwerfe, habe es geheißen, so könne man das vielleicht nennen, wolle es aber nicht tun. Auch indische Zeitungen hatten zuvor berichtet, es habe Unregelmäßigkeiten im Bieterverfahren und bei der Einschaltung von Mittelsmännern gegeben.

Die EADS-Vertretung in Indien erklärte, es kommentiere die Entscheidung des indischen Verteidigungsministeriums nicht. EADS hat erklärt, in dem Verfahren alle französischen und europäischen Vorschriften eingehalten zu haben.

Indien hatte den Auftrag 2001 ausgeschrieben. Im Februar dieses Jahres erhielt die EADS-Hubschraubersparte Eurocopter den Zuschlag.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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