Münchener Rück Angriff aus Schweden

Die Münchener Rück muss sich mit einem schwedischen Finanzinvestor auseinandersetzen. Der Fonds Cevian Capital ist mit 3 Prozent bei dem Konzern eingestiegen. Die Schweden fordern Veränderungen. Der Wert des Unternehmens lasse sich deutlich steigern.

Frankfurt am Main - Der für sein aggressives Vorgehen bekannte schwedische Finanzinvestor Cevian Capital hat sich mit knapp unter 3 Prozent an der Münchener Rück  beteiligt. Das bestätigte Cevian-Mitgründer Lars Forberg am Freitag. Der Fonds dränge bei dem weltweit zweitgrößten Rückversicherer auf "operative, strategische und finanzielle" Veränderungen, berichtete die "Financial Times".

Wie mit allen Investoren werde auch mit Cevian gesprochen, sagte ein Sprecher der Münchener Rück. Forberg sagte der Nachrichtenagentur Reuters, der Dax-Konzern müsse sich operativ und strategisch verbessern. Konkrete Maßnahmen ließen die Schweden, die bisher in Deutschland nicht in Erscheinung getreten sind, aber offen: "Wir wollen die Diskussionen mit dem Management führen." Der "Financial Times" sagte Partner Christer Gardell, Cevian sehe sich als langfristig orientierten Investor und wolle seinen Anteil durchaus noch aufstocken.

"Die Rückversicherung ist ein vernachlässigtes Feld für viele Investoren, und es gibt dort beträchtliche Chancen, den Wert zu steigern", zitierte die Zeitung Gardell. Ihr Wachstum sei zuletzt nicht groß gewesen. "Die Branche ist nicht in Mode." Die Münchener Rück hatte im laufenden Jahr ein Programm mit dem Namen "Changing Gear" aufgelegt, mit dem der Konzern effizienter gemacht werden soll und acht Milliarden Euro an die Aktionäre ausgeschüttet werden sollen.

Die Aktien der Münchener Rück sind breit gestreut am Markt, einen dominanten Eigentümer gibt es nicht. Bis zu 15 Prozent liegen nach Einschätzung des Vorstands bei Hedgefonds, also ebenfalls aggressiven Investoren, die oft auf Veränderungen drängen.

Trennung von Ergo?

Trennung von Ergo?

Analysten zufolge könnte Cevian weitere Rückkäufe eigener Anteilsscheine forcieren. Bei dieser Maßnahme werden die Aktien eingezogen und die Dividende verteilt sich dann auf weniger Eigner, was ein Investment attraktiver macht. Weitere vier bis fünf Milliarden Euro seien denkbar, schrieb Thorsten Wenzel von der DZ Bank in einer Kurzstudie.

Die Schweden könnten den Konzern aber auch drängen, sich auf das Kerngeschäft Rückversicherung zu konzentrieren und die Düsseldorfer Erstversicherungstochter Ergo  abzustoßen. Dies lehnt Konzernchef Nikolaus von Bomhard bisher kategorisch ab. An der Frankfurter Börse weckte der Einstieg Hoffnungen bei den Anlegern. Münchener-Rück-Aktien stiegen zeitweise um knapp 4 Prozent auf rund 130 Euro und waren damit größter Gewinner im Leitindex Dax .

Der schwedische Investor Cevian verwaltet mehr als drei Milliarden Euro und hat sich in Schweden beim Lkw-Bauer Volvo  und dem Versicherer Skandia  einen Namen gemacht, schreibt das Blatt. Bei letzterem habe er eine Übernahme durch einen ausländischen Käufer unterstützt.

Mit seiner Beteiligung ist Cevian dem Bericht zufolge einer der fünf größten Aktionäre der Münchener Rück. Nur ein Anteilseigner, der Vermögensverwalter AllianceBernstein, halte mehr als 5 Prozent. Jahrzehntelang war der Konzern durch eine Kapitalverflechtung mit der Allianz  vor Übernahmeversuchen geschützt. Die Allianz-Beteiligung ist mittlerweile aber unter 5 Prozent gesunken.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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