Ausblick MAN gibt weiter Gas

Der Maschinenbau- und Nutzfahrzeugekonzern MAN hat sein Wachstum beschleunigt. Die Auftragsbücher sind prall gefüllt. Im kommenden Jahr will der Konzern bei Umsatz und Gewinn weiter zulegen, sagt Vorstandschef Hakan Samuelsson.

München - In den ersten elf Monaten habe der Konzernumsatz 14 Prozent über Vorjahresniveau gelegen, sagte Konzernchef Hakan Samuelsson am Mittwochabend in München. Der Auftragseingang habe sogar um 24 Prozent zugelegt. "Wir haben eine sehr positive Entwicklung in allen Bereichen." Bei beiden Kennzahlen habe sich das Wachstum beschleunigt. Bis September hatte der Umsatz um 12 und der Auftragseingang um 19 Prozent zugelegt.

Für das kommende Jahr zeigte sich Samuelsson zuversichtlich, den Wachstumskurs fortsetzen zu können. "2008 wird ein weiteres positives Jahr für uns." Umsatz und Gewinn würden gegenüber 2007 weiter zulegen. Mit einem Nachlassen des Lkw-Booms rechnet er nicht. Vor allem in Osteuropa werde sich die starke Nachfrage nach Lkw fortsetzen. "Es gibt überhaupt keine Anzeichen für Abschwächen des Marktes."

MAN will 2008 Lkw-Absatz um 10 Prozent steigern

MAN-Nutzfahrzeugchef Anton Weinmann rechnet im laufenden Jahr mit einem Gesamtvolumen des europäischen Lkw-Marktes von 425.000 Fahrzeugen, 9 Prozent mehr als 2006. Dabei dürfte der Markt in Westeuropa um 4 Prozent auf 355.000 Lkw zulegen und in Osteuropa um 60 Prozent auf 70.000. Für den eigenen Absatz bekräftigte Weinmann das Ziel, im laufenden Jahr 90.000 und 2008 dann 100.000 Lkw abzusetzen. Auch danach will er den Absatz um mindestens 10 Prozent pro Jahr steigern.

Stadtbusmontage wird nach Polen verlagert

Der Busabsatz solle dagegen zunächst konstant bei 7000 Fahrzeugen pro Jahr bleiben. "Wir wollen hier erst die Restrukturierung abschließen", sagte Weinmann. "Erst wenn wir auch mit dem Omnibus Geld verdienen, gehen wir auch hier in die Wachstumsphase." MAN will die zuletzt defizitäre Bussparte bis 2010 auf das Renditeniveau des übrigen Nutzfahrzeugbereich bringen und will daher die Stadtbusmontage von Salzgitter nach Polen verlagern.

Volle Auftragsbücher

Bei den Lkw-Bestellungen peilt Weinmann im laufenden Jahr 115.000 Lastwagen an, 25.000 Fahrzeuge mehr, als MAN absetzen will. 2006 hatte das Unternehmen bereits mit einem Auftragsüberhang von 10.000 Lkw abgeschlossen. MAN werde daher mit einem Auftragsbestand von 35.000 Lkw ins neue Jahr gehen. "Es gibt Regionen, da sind wir 2008 schon komplett ausverkauft", sagte Weinmann. "Auch in Deutschland sind wir 2008 schon weitgehend ausverkauft." Vom neuen schweren Lastwagen TGX sei bereits zwei Drittel der Jahresproduktion 2008 verkauft.

Seine Fertigungskapazität will MAN 2008 auf maximal 110.000 und 2009 dann auf bis zu 130.000 Lkw erhöhen. Hierzu soll vor allem das jüngst eröffnete Montagewerk im polnischen Niepolomice beitragen. "Das Werk könnte schon im Herbst 2008, spätestens 2009 im Zwei-Schicht-Betrieb fahren." In dem erst im September in Betrieb genommen Werk wird bisher nur im Ein-Schicht-Betrieb gearbeitet.

Die Krise an den Kreditmärkten habe sich bisher nicht auf das eigenen Geschäft ausgewirkt, sagte Samuelsson. "Wir haben da noch keinen Effekt gesehen." Finanzvorstand Karlheinz Hornung rechnet aber mit zunehmenden Problemen seiner Kunden bei der Finanzierung neuer Lkw, da Banken sich bei der Kreditvergabe zurückhielten. "Wir glauben, dass unsere Kunden Probleme bekommen werden zu finanzieren. Sie kommen jetzt schon häufiger zu unserer Leasinggesellschaft als früher - Leute, die vorher zur Bank gegangen sind." MAN halte daher zusätzliche Mittel bereit, um verstärkt Leasingfinanzierungen ohne Fremdkapital anbieten zu können.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.