Hypothekenkrise IKB droht Ordnungsgeld

Der in Schieflage geratenen IKB droht wegen der angekündigten Verschiebung ihrer Quartalszahlen ein Ordnungsgeld. Im Sanktionsfall müsste die Mittelstandsbank bis zu 250.000 Euro zahlen.

Düsseldorf - "Wir gehen davon aus, dass es bei einer Verspätung der Vorlage zur Einleitung eines Sanktionsverfahrens kommen wird", sagte eine Sprecherin der Deutschen Börse  am Freitag zum IKB-Fall. Dem Börsengesetz zufolge könnte der Sanktionsausschuss die Verschiebung mit einem Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro ahnden.

Laut Börsenordnung wären die Zahlen für das Ende September abgelaufene Quartal spätestens an diesem Freitag zu veröffentlichen gewesen. Die IKB  hatte die ursprünglich für diesen Tag geplante Vorlage aber am Donnerstag auf unbestimmte Zeit verschoben.

Nach dem Bekanntwerden ihrer Probleme auf dem US-Hypothekenmarkt Ende Juli hatte die Bank bereits die Vorlage ihrer Zahlen für das Ende Juni abgelaufenen Quartal auf Ende September verschoben. Die damals noch bestehende Möglichkeit, einmalig einen Aufschub von vier Wochen zu gewähren, war am 1. November aber aus der Börsenordnung gestrichen worden.

Kreisen zufolge drohe der IKB zunächst jedoch kein Ausschluss aus dem MDax . Von einem Ausschluss aus dem Index sei derzeit noch keine Rede, hieß es am Freitag in Finanzkreisen. Der Sanktionsausschuss der Börse werde die schwierige Situation der wegen ihres Engagements am US-Hypothekenmarkt in die Krise geratenen Bank bei seiner Entscheidung berücksichtigen, hieß es.

Die ordnungsgemäße Vorlage von Quartalsberichten ist Voraussetzung für die Aufnahme in einen der Indizes wie Dax  und MDax. Zuletzt war 2001 der Sportwagenbauer Porsche  aus dem MDax für mittelgroße Unternehmen verbannt worden, weil sich das Unternehmen hartnäckig weigert, Quartalsberichte vorzulegen.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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