SachsenLB Übernahme auf der Kippe

Was manager-magazin.de bereits andeutete, scheint sich zu bestätigen: Die Übernahme der SachsenLB durch die LBBW ist noch längst nicht in trockenen Tüchern. Der potenzielle Käufer scheut offenbar die Risiken, die er sich mit der Bank in die Bücher holen würde.

Hamburg - Wie das "Handelsblatt" am Freitag unter Berufung auf den Eigentümerkreis der LBBW berichtet, steht die Übernahme auf der Kippe. Grund seien Spekulationen, die SachsenLB habe ihr Eigenkapital bis zum Jahresende aufgebraucht. Zusätzliche Sicherheiten durch das Land in Höhe von 500 Millionen Euro seien nötig.

Derzeit dürfe aber nichts unternommen werden, was die Bilanz der LBBW gefährde. Die größte deutsche Landesbank hatte am Donnerstag Belastungen durch die US-Hypothekenkrise in Höhe von 800 Millionen Euro eingeräumt. Eine Sprecherin der SachsenLB wollte den Bericht auf Anfrage der Zeitung nicht kommentieren.

Schon vor einigen Tagen hatte manager-magazin.de berichtet, die Transaktion zwischen LBBW und dem Land Sachsen als Verkäufer der SachsenLB könnte an zu hohen Preisvorstellungen der sächsischen Landesregierung scheitern.

Grund: Die SachsenLB leidet noch immer unter den Folgen der Kreditkrise an den Finanzmärkten. Schon im August mussten ihr andere Sparkassen und Landesbanken mit einer gewaltigen Kreditlinie von 17,3 Milliarden Euro zur Seite springen, um notfalls für kippelnde US-Hypothekenkredite gewappnet zu sein. So etwas gab es Jahrzehnte lang nicht unter deutschen Banken.

Jetzt muss sich die SachsenLB erneut um ihre Gläubiger kümmern. Um Notverkäufe verlustträchtiger Wertpapiere zu verhindern, wurde eine Klausel in den Investitionsbedingungen eines Investmentvehikels der SachsenLB-Tochter SachsenLB Europe außer Kraft gesetzt. Allerdings zunächst nur bis zum 5. Dezember - danach steht das Problem erneut zur Disposition.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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