Samstag, 18. Januar 2020

Müllers Welt Zeit zum Durchstarten - jetzt!

Ja, ja, ja - die weltwirtschaftlichen Risiken sind groß, und sie wachsen. Sollten wir uns davon beeindrucken lassen? Nein! Jetzt ist die Zeit, in die Offensive zu gehen. Diskutieren Sie mit!

Kürzlich moderierte ich eine manager-magazin-Veranstaltung in Frankfurt. Wir hatten gut 40 jüngere Topführungskräfte aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft eingeladen, um mit ihnen gemeinsam über die Zukunft nachzudenken. "managing the future" nennen wir dieses Format. Als Thema hatten sich die Teilnehmer dieses Mal "Die Zukunft der Globalisierung" ausgesucht, im Detail nachzulesen im soeben erschienenen Heft, ab Seite 144.

Henrik Müller, geschäftsführender Redakteur bei manager magazin, schreibt über wirtschaftspolitische Themen
Ich muss sagen: Die Veranstaltung hat mich äußerst hoffnungsfroh gestimmt. Von Verzagtheit war nichts zu spüren. Die junge Elite ist fest entschlossen, in die Offensive zu gehen. Und dort auch zu bleiben. Allen aktuellen Widrigkeiten zum Trotz.

Und von diesen Widrigkeiten gibt es ja derzeit eine Menge:

  • die zweite Welle der Kreditkrise rollt mit offenem Ausgang; der Geldmarkt (kein ganz unwichtiges Segment des Finanzmarkts) funktioniert seit Monaten nicht mehr
  • der beschleunigte Verfall des Dollars verschiebt die Wettbewerbspositionen, nicht gerade zugunsten Europas
  • die fundamentale Abschwächung des amerikanischen Wachstums sorgt dafür, dass die größte Volkswirtschaft der Welt auf Jahre als Wachstumsmotor ausfallen wird; ich habe die US-Aussichten kürzlich im Heft ausführlich analysiert, wir haben an dieser Stelle darüber diskutiert
  • eine fast dramatische Verknappung von Energie und Ressourcen - mit dem Ölpreis von an die 100 Dollar pro Fass als sichtbarstes Symptom - knabbert an der Kaufkraft und schürt die Inflation
  • zugespitzte Verteilungskämpfe in der Tarifpolitik, wo Löhne in die Höhe getrieben werden, so es die Machtposition der Gewerkschaft erlaubt (siehe Bahn), aber auch in der Sozialpolitik, wo wieder Sozialleistungen ausgeweitet werden (siehe Arbeitslosengeld I), lassen Zweifel an der langfristigen gesellschaftlichen Stabilität aufkommen
  • Protektionismus greift um sich; die USA und jetzt auch die EU drohen China mit Einfuhrbeschränkungen; die Investitionsfreiheit wird Schritt für Schritt eingeschränkt (siehe die geplanten Regelungen gegen Übernahmen durch ausländische Staatsfonds); ein noch vor wenigen Jahren unbekanntes Powerplay der Staaten, gerade auch autoritär regierter, macht die globale Wirtschaft zu einem ungemütlichen Ort

Um nur die wichtigsten Risikofaktoren zu nennen.

Seite 1 von 3

© manager magazin 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung