Rußfilterskandal Kostenloser Ersatz

Kulanzregelung: Im Skandal um zehntausende fehlerhafte Dieselrußfilter bekommen die Betroffenen kostenlosen Ersatz. Für Fahrzeuge, für die es noch keine geeigneten Einbauteile gibt, sollen bis Ende 2008 welche entwickelt werden. Zahlen sollen das Ganze die Filterhersteller.

Berlin - Autobesitzer mit fehlerhaften Systemen sollen kostenlos neue bekommen. Dies teilte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel am Mittwoch in Berlin mit. Die Betroffenen können sich an Werkstätten wenden, um einen fehlerfreien Filter zu bekommen, sagte seine Staatssekretärin Astrid Klug.

Die entstandenen Kosten werden laut Zentralverband des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes die Filterhersteller tragen. "Letztendlich werden die Hersteller dafür aufkommen müssen", sagte Verbandssprecherin Claudia Schiffer manager-magazin.de

Betroffen sind mindestens 40.000 Autobesitzer. Sie hatten ihre alten Diesel-Fahrzeuge mit Filtern ausrüsten lassen, die sich im Nachhinein als unwirksam herausstellten.

Es geht um Systeme dreier Hersteller, die inzwischen keine Zulassung mehr haben. Auf dem Spiel standen auch die Steuervorteile für die alten Autos und die grüne Plakette zur Einfahrt in die geplanten Umweltzonen. Beides dürfen die betroffenen Wagen nun behalten.

Der Austausch gegen neue Filter solle möglichst sofort erfolgen, erläuterte Gabrieles Staatssekretärin Astrid Klug. Da wo für einzelne Fahrzeugtypen keine geeigneten Filter sofort verfügbar seien, hätten die Hersteller zugesagt, zeitnah im Jahr 2008 entsprechende Systeme bereitzustellen.

Gabriel und Klug sagten, sie seien dem Handel und den Werkstätten sehr dankbar für ihre freiwillige Zusage. Damit sei eine Lösung gefunden, die nicht zu Lasten der Verbraucher gehe, die im guten Glauben gehandelt hätten.

Vorwürfe, das Ministerium habe frühzeitige Kenntnisse über die falschen Filter vertuscht, wies der Umweltminister zurück. Maßgeblich für die Zulassung seien die Kriterien der Straßenverkehrszulassungsordnung. Fachabteilungen seiner Behörde hätten jedoch Gutachten zur Bewertung der auf dem Markt befindlichen Filter bestellt, die dafür nicht geeignet seien. Deswegen habe man andere Tests abwarten müssen.

manager-magazin.de mit Material von ap, dpa und ddp