Bankensektor BayernLB bleibt eigenständig

Spekulationen um eine weitere Konsolidierung im Bankensektor erhalten einen Dämpfer. Die bayerische Staatsregierung lehnt eine Fusion der BayernLB mit der Landesbank Baden-Württemberg ab. Eine Fusion würde den Finanzplatz München schwächen.

München - Das Land Bayern lehne einen Zusammenschluss der BayernLB mit der LBBW oder einer anderen Landesbank ab, wie Finanzminister Erwin Huber (CSU) am Mittwoch berichtete. Damit sind monatelange Spekulationen vom Tisch.

Die BayernLB habe ein tragfähiges Geschäftsmodell, sagte Huber nach Angaben einer Sprecherin im Anschluss an eine nichtöffentliche Sitzung des Haushaltsausschusses im Landtag. Eine Fusion würde den Standort und Bankenplatz München schwächen. Die BayernLB soll jedoch weitere strategische Überlegungen anstellen.

Wegen der Fusionswelle unter den deutschen Landesbanken waren in den vergangenen Monaten zahlreiche Spekulationen laut geworden, dass die BayernLB auf Dauer ohne Partner zu schwach sein könnte. Die Staatsregierung hatte deswegen das Bankhaus Rothschild beauftragt, die Optionen zu prüfen.

Bankenplatz München im Vordergrund

Das Ergebnis war, dass eine Fusion mit der LBBW tatsächlich betriebswirtschaftliche Vorteile haben könnte. Auch eine weitere Eigenständigkeit ist nach Hubers Angaben aber betriebswirtschaftlich möglich. "Das ist eine gangbare Lösung", sagte Huber laut Sprecherin. Der CSU-Chef räumte ein, dass die bayerischen Sparkassen als Miteigentümer der BayernLB aus betriebswirtschaftlichen Gründen eine Fusion bevorzugt hätten.

Den Ausschlag gaben Überlegungen, dass der Bankenplatz München durch eine Fusion der BayernLB mit einem anderen Institut weiter geschwächt werden würde. Das frühere Aushängeschild des bayerischen Finanzwesens, die HypoVereinsbank (HVB), war von der italienischen Unicredit geschluckt worden. Die Entscheidung gegen eine Fusion der BayernLB sei nach gründlicher Überlegung getroffen worden, betonte Huber.

Neue "strategische Überlegungen"

Am 4. Dezember wollen die Staatsregierung und die bayerischen Sparkassen als Eigentümer der Landesbank über das weitere Vorgehen beraten. Dem Vorstand der BayernLB wird nach Hubers Angaben voraussichtlich der Auftrag erteilt, "strategische Überlegungen" anzustellen. Dabei soll es aber ausdrücklich nicht um die Frage von Fusion oder Nichtfusion gehen.

Die Anfang dieses Jahrzehnts schwer vom Zusammenbruch des Kirch-Konzerns getroffene BayernLB hat ihre früheren weltweiten Aktivitäten mittlerweile eingeschränkt und ihr internationales Geschäft in den vergangenen Jahren auf Österreich und Südosteuropa konzentriert.

manager-magazin.de mit Material von dpa