Konsumklima Noch ein Dämpfer

Die Turbulenzen an den Finanzmärkten, der starke Euro und die hohen Preise setzen der Kauflaune in Deutschland weiter zu. Die von der GfK ermittelte Anschaffungsneigung sank auf den niedrigsten Wert seit Sommer 2005. Auch die Konjunkturerwartungen verschlechterten sich.

Nürnberg – Die Deutschen gehen mit gedämpfter Kauflaune ins Weihnachtsgeschäft. Ein Grund dafür seien die hohen Lebensmittel- und Energiepreise, teilte die Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Mittwoch mit. Die im November befragten 2000 Verbraucher seien zudem verunsichert, ob sich die Preisspirale noch weiter drehen wird.

Der Indikator für das Konsumklima unter den Verbrauchern, den die GfK monatlich ermittelt, sank daher auf 4,3 Zähler von 4,8 Punkten im Vormonat. Dennoch werde der private Konsum dieses Jahr noch einen bescheidenen Beitrag zum Wachstum leisten.

Trotz einer deutlich verbesserten Lage am Arbeitsmarkt ließ die Kauflaune für größere Anschaffungen deutlich nach: Der entsprechende Wert sackte im November auf minus 21,8 Zähler von minus 12,9 Punkten im Oktober ab. Auch die Konjunkturaussichten werden skeptischer beurteilt. Die Deutschen sehen den Aufschwung zwar noch intakt, jedoch mit nachlassender Kraft. Das GfK-Barometer, das diese Erwartungen misst, fiel um 15 Punkte auf 24,1 Zähler. "Die während des Sommers 2007 gezeigte Euphorie der Bundesbürger hinsichtlich der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland weicht einer eher nüchternen Betrachtungsweise", resümierte die GfK.

Einen Lichtblick lieferte allerdings die Einkommenserwartung: Sie legte im November nach zuletzt fünf Monaten mit Verlusten ein wenig zu - von minus 0,7 auf genau Null. "Diese Stabilisierung könnte ein Hinweis darauf sein, dass die positiven Rahmenbedingungen, wie ein verbesserter Arbeitsmarkt sowie ein gute Einkommensentwicklung, wieder an Gewicht gewinnen", schrieb die GfK zu ihrer Umfrage.

manager-magazin.de mit Material von reuters, dpa und ap

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