USA Goldman Sachs warnt vor Rezession

Die Investmentbank Goldman Sachs hält einen Abschwung in den USA für wahrscheinlich. Die Fed werde den Leitzins in den kommenden Monaten auf 3 Prozent senken. Die Sorge um die US-Wirtschaft bekam heute weitere Nahrung: Das Verbrauchervertrauen hat deutlich abgenommen, die Hauspreise fallen im Rekordtempo.

New York/Washington - Goldman Sachs sieht in den USA die große Gefahr einer Rezession. Die US-Notenbank werde deshalb in den kommenden Monaten ihren Schlüsselzins auf 3 Prozent von derzeit 4,5 Prozent senken, prognostizierte die US-Investmentbank am Dienstag. Bislang hatte sie lediglich mit einem Rückgang der Zinsen auf 4 Prozent gerechnet.

Die Wahrscheinlichkeit einer Rezession in den USA bezifferte Goldman Sachs auf 40 bis 45 Prozent. Selbst wenn der Wirtschaft eine echte Rezession erspart bleibe, dürfte das Wachstum für eine längere Zeit deutlich unter Potenzialwachstum bleiben, heißt es in der Prognose weiter.

Hohe Energiekosten und sinkende Immobilienpreise haben die Zuversicht der US-Verbraucher auf den tiefsten Stand seit den Folgewirkungen des Hurrikans Katrina im Oktober 2005 gedrückt. Der Vertrauensindex des Conference Board fiel im November auf 87,3 Punkte nach revidierten 95,2 Punkten im Vormonat, wie das Privatinstitut der Wirtschaft am Dienstag in New York mitteilte. Damit wurden ohnehin düstere Prognosen noch übertroffen: Wirtschaftsexperten waren von einem Rückgang auf 91 Punkte ausgegangen.

Das Conference Board befragt jeden Monat etwa 5000 Haushalte zu ihrer Einschätzung der derzeitigen Wirtschaftslage und ihren Erwartungen hinsichtlich der Entwicklungen in den kommenden Monaten. Der November-Index gilt als besonders wichtig, da er mögliche Hinweise auf die Umsätze im Weihnachtsgeschäft gibt. Es macht ein Fünftel der jährlichen Erlöse im US-Einzelhandel aus.

Die Preise für bestehende Einfamilienhäuser in den USA sind im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,5 Prozent gefallen. Die Rate entspricht dem Rekordrückgang im Vorquartal, wie aus dem am Dienstag veröffentlichten S&P/Case-Shiller-Hauspreisindex hervorgeht. Seit Juni sanken die Preise um 1,7 Prozent. Das ist das größte Minus innerhalb eines Quartals in der 21-jährigen Geschichte des Indexes.

Allerdings bildet der Case-Shiller-Index nur den Markt der größten Städte ab. Landesweit sind die Hauspreise im zweiten Quartal noch leicht gestiegen. Ländliche Regionen waren in den vergangenen Jahren weniger stark von Immobilienspekulation betroffen.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa

Mehr lesen über