Peer Steinbrück "Wachstums-Perspektive eingetrübt"

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück rechnet mit einem abgeschwächten Wachstum im kommenden Jahr. Seine Einschätzung verbindet er mit einer Warnung vor übertriebenem Pessimismus - und einem Appell an die Europäische Zentralbank.

Berlin - Die Wachstumsaussichten für Deutschland haben sich nach Einschätzung von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück verschlechtert. "Es ist richtig, dass sich die Wachstumsperspektive eintrübt", sagte der SPD-Politiker dem "Handelsblatt" laut einer Vorabmitteilung.

Als Gründe nannte der Minister die anhaltende Krise an den Finanzmärkten, den hohen Ölpreis und die Euro-Stärke. Auf einen konkreten Wert für ein schwächeres Wachstum wollte sich Steinbrück nicht festlegen.

Zugleich warnte Steinbrück vor übertriebenem Pessimismus. "Wir müssen aufpassen, dass wir nicht einen Tag nach der Konjunktureuphorie die nächste Rezession herbeireden", mahnte der Minister.

Eine "Schmerzgrenze" des Euro-Kurses für deutsche Exporteure sieht Steinbrück nicht: "So etwas gibt es meiner Ansicht nicht", sagte er.

Steinbrück appellierte gleichwohl an die Europäische Zentralbank, bei ihren Zinsentscheidungen nicht allein auf die Inflationserwartung zu achten. "Ich erwarte vom EZB-Rat, dass er in seine Abwägungen auch aktuelle Entwicklungen einbezieht, etwa die relative Zinsentwicklung zwischen dem Euro- und dem Dollar-Raum."

manager-magazin.de mit Material von reuters

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