RWE Kraftwerksbau abgeblasen

Der Energiekonzern RWE hat den geplanten Bau eines neuen Steinkohlekraftwerks im saarländischen Ensdorf abgesagt. Grund war ein deutliches Bürgervotum gegen die Anlage. Ob es einen Alternativstandort geben wird, ist noch offen.

Essen - Der Energiekonzern RWE  will sich an ein Bürgervotum gegen den Bau eines Kohlekraftwerks in Ensdorf halten. "Die Aussagen haben weiter Bestand", sagte ein Sprecher der Kraftwerkssparte RWE Power am Montag in Essen. Finanzvorstand Rolf Pohlig hatte bei Vorlage der Neunmonatsbilanz vor wenigen Tagen erklärt, dass RWE das Kraftwerk gegen eine "deutliche Mehrheit in der Bevölkerung" nicht bauen werde.

Die Bürger der saarländischen Gemeinde Ensdorf hatten am Sonntag in einer Befragung mit rund 70 Prozent gegen eine Änderung des Flächennutzungsplans gestimmt und damit das 2,3 Milliarden Euro teure Projekt vorerst gestoppt. Die Beteiligung an der einwöchigen Abstimmung lag bei mehr als 70 Prozent.

RWE werde nun die Gründe für die Entscheidung analysieren, sagte der Sprecher. In den kommenden Tagen werde dann entschieden, wie es weiter gehe. Er ließ offen, ob der Energiekonzern das Kraftwerk an einem Alternativstandort bauen könnte. Das Kohlekraftwerk in Ensdorf ist Teil eines umfangreichen Investitionsprogramms von RWE, das die Erneuerung von weiteren Teilen des Kraftwerkparks vorsieht.

manager-magazin.de mit Material von ddp und dpa-afx

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