Airbus "1,5 Milliarden Euro einsparen"

Louis Gallois klagt weiter über die Auswirkungen des schwachen Dollar. Der EADS-Chef sieht beim Flugzeugbauer Airbus einen theoretischen Einsparbedarf von 1,5 Milliarden Euro. Allerdings verfalle die US-Währung momentan derart rasant, dass es unmöglich sei, "darauf schnell genug zu reagieren."

Berlin - Die Airbus-Mutter EADS  sieht bei dem Flugzeughersteller angesichts des schwachen Dollar einen theoretischen Einsparbedarf von 1,5 Milliarden Euro. "Unser Sparprogramm Power 8 sichert unsere Wettbewerbsfähigkeit auf einen Kurs von 1,35 Dollar", sagte der EADS-Chef Louis Gallois der Zeitung "Die Welt" laut Vorabbericht mit Blick auf den jüngsten Euro-Kurs von knapp 1,50 Dollar. "Die Auswirkungen des starken Euro kann sich jeder ausrechnen: Mathematisch müssten wir jetzt mehr als 1,5 Milliarden Euro zusätzlich einsparen."

"Wenn der Euro gegenüber dem Dollar um zehn Cent steigt, dann verliert Airbus mehr als eine Milliarde Euro Betriebsgewinn", sagte der EADS-Chef. Bis Mitte 2010 sei man bei Währungsrisiken zu einem Kurs von 1,25 bis 1,30 Dollar abgesichert. "Und wir sichern uns ständig für die Jahre 2011 und 2012 ab. Aber hier liegt der Kurs momentan bei 1,40 bis 1,50 Dollar. Das bedeutet, dass unsere Margen sinken. Der Verfall des Dollar erfolgt so rasant, dass es unmöglich ist, darauf schnell genug zu reagieren."

Interviews mit Gallois waren bereits am Wochenende in mehreren deutschen Blättern erschienen. Dabei hatte Gallois unter anderem bekräftigt, Teile der Airbus-Produktions- und Zulieferbereiche in den Dollar-Raum verlagern zu müssen. Der aktuelle Euro-Kurs sei eine existenzielle Bedrohung - "nicht unmittelbar, aber längerfristig. Auf dieser Basis können wir nicht mehr vernünftig für die Zukunft planen". Diese Einschätzung bekräftigte Gallois am Montag während seiner Chinareise mit Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy noch einmal.

Chinesen wollen 160 Airbus-Flieger kaufen

Am Rande des China-Besuchs unterzeichnete Gallois, am Montag in Peking eine entsprechende Vereinbarung über die Lieferung von 110 A320-Maschinen und 50 A330-Flugzeugen, die nach seinen Worten noch bis Jahresende bestätigt werden soll. Nach Listenpreis hätte das Geschäft ein Volumen von 11,5 Milliarden Euro und wäre der größte Einzelauftrag für Airbus. Als festen Auftrag verbuchte Airbus eine Order der Fluggesellschaft China Southern Airlines über zehn A330-Maschinen. Dieses Geschäft hat nach Listenpreis einen Wert von 1,2 Milliarden Euro.

Zudem brachte China einen 5-Prozent-Einstieg an der Entwicklung des A350 unter Dach und Fach, mit dem Airbus gegen den erfolgreichen 787 Dreamliner des US-Rivalen Boeing im Bereich der mittelgroßen Flugzeuge für die Langstrecke antreten will. Eine Option aus dem vorigen Jahr über die Bestellung von 50 A350 haben die Chinesen Gallois zufolge bislang nicht ausgeübt.

manager-magazin.de mit Material von reuters

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.