WestLB NRW erwägt Milliardenspritze

Mit einer Kapitalerhöhung in Milliardenhöhe will das Land Nordrhein-Westfalen laut SPIEGEL-Informationen die WestLB stärken. Das Kapital könne die Bank nutzen, um mit Sparkassen zu fusionieren und so das Stuttgarter Modell einer integrierten Landesbank mit Filialgeschäft zu kopieren.

Düsseldorf - Die nordrhein-westfälische Landesregierung erwägt offenbar, die WestLB mit einer Kapitalerhöhung von zwei Milliarden Euro zu stützen und so fit für Fusionen und Übernahmen zu machen. Unter Berufung auf Insider berichtete DER SPIEGEL am Samstag vorab, dies sei unter den von der Citigroup  in einem Gutachten vorgestellten Optionen die plausibelste.

Eine Sprecherin des Finanzministeriums dementierte hingegen, dass bereits Ergebnisse des Gutachtens vorlägen. "Es gibt noch kein Gutachten und damit auch noch keine Entscheidungen." Einen Zeitpunkt dafür gebe es noch nicht.

Dem Magazinbericht zufolge könnte die WestLB das Kapital nutzen, um mit einigen Sparkassen in NRW zu fusionieren und so das Stuttgarter Modell einer integrierten Landesbank mit Filialgeschäft zu kopieren. Allerdings wäre bislang nur die Stadtsparkasse Düsseldorf bereit, so einen Schritt in Betracht zu ziehen.

Zudem könne die WestLB im kommenden Jahr die Düsseldorfer IKB  kaufen und sich somit deutschlandweit als Mittelstandsbank etablieren. Derzeit befindet sich die IKB wegen ihrer Geschäfte im US-Hypothekenmarkt in einer Schieflage. Die Landesregierung in Düsseldorf, die rund 38 Prozent an der WestLB hält, hat das Gutachten bei der US-Bank Citigroup in Auftrag gegeben.

Neben der angedachten Fusion mit der Landesbank Baden-Württemberg LBBW untersuchen die Citigroup-Banker Finanzkreisen zufolge auch einen Zusammenschluss der WestLB mit Sparkassen und die Beteiligung eines privaten Investors etwa über eine Kapitalerhöhung.

Die nordrhein-westfälischen Sparkassenverbände haben indes ihre Forderung nach einem Zusammenschluss von WestLB und LBBW mit einem Gutachten untermauert. Die Geschäfte des Düsseldorfer Geldhauses würden durch eine Fusion nachhaltig gestärkt, zudem würden Kostenvorteile gehoben, heißt es in einem von den Verbänden in Auftrag gegebenen Gutachten der schweizerischen Bank UBS , das der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt.

manager-magazin.de mit Material von dpa, reuters

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.