IVG-Verkauf Vorwürfe gegen DZ Bank und HSH

Die HSH Nordbank und die DZ Bank haben ihr Vorgehen beim Kauf des Bonner Immobilienkonzerns IVG von der insolventen Beteiligungsfirma WCM verteidigt. Die WCM-Tochter Sirius plant unterdessen offenbar Regressforderungen gegen ihre ehemaligen Kreditgeber.

Hamburg - "Das Verhalten der Banken des Sirius-Konsortiums vor, während und nach der Übernahme des Aktienpakets an der IVG Immobilien  ist nicht zu beanstanden", erklärte die HSH Nordbank am Donnerstag. "Wir halten den angeblich vorhandenen Ansatz der WCM-Tochter Sirius, Regress zu fordern, für abwegig." Ein Sprecher der DZ Bank äußerte sich ähnlich.

Die Geldhäuser reagieren damit auf einen Bericht der Tageszeitung "Die Welt" (Donnerstagausgabe), wonach sich die insolvente WCM-Tochter Sirius auf einer Gläubigerversammlung Ende November grünes Licht für Regressforderungen gegen ihre ehemaligen Kreditgeber holen will. Betroffen wären von diesem Schritt vor allem die HSH Nordbank und die DZ Bank, die damals die Mehrheit von 50,1 Prozent für knapp 550 Millionen Euro aufgekauft hätten, schreibt das Blatt.

Sal. Oppenheim sieht sich nicht betroffen

In Sirius hatte die WCM ihre damals wertvollste Beteiligung geparkt. Die Gläubigerbanken hatten sich die IVG-Aktien als Pfand gesichert. Ein Teil der Papiere wurde später an Sal. Oppenheim weitergereicht. Ein Sprecher der Privatbank, die heute noch gut zehn Prozent der IVG-Aktien hält, sagte, das Kölner Institut sehe sich von den aktuellen Vorgängen nicht betroffen.

HSH Nordbank und DZ Bank hatten ihre Anteile schon vor einiger Zeit unter die meldepflichtige Schwelle von fünf Prozent gesenkt. Fast 80 Prozent der IVG-Aktien sind breit gestreut. Elf Prozent hält die Santo Holding GmbH. An der Börse ist IVG nach Reuters-Daten rund 2,9 Milliarden Euro wert und gilt damit als eines der führenden deutschen Immobilienunternehmen.

Sirius-Insolvenzverwalter Bernd Depping war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. WCM-Insolvenzverwalter Michael Frege lehnte einen Kommentar ab. Er habe aber Kenntnis davon, dass bei Sirius eine Gläubigerversammlung geplant sei, sagte Frege.

WCM, mit einem Börsenwert von knapp sieben Milliarden Euro einst ein Großkonzern, hatte vor einem Jahr Insolvenz angemeldet. Im Frühjahr war die größte Beteiligung, 78 Prozent am Duisburger Maschinen- und Anlagerbauer Klöckner-Werke, an den Stahlkonzern Salzgitter  gegangen.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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