Spionage Jedes fünfte Unternehmen betroffen

Industriespionage kostet deutsche Unternehmen jährlich mindestens 2,8 Milliarden Euro. Nahezu jede fünfte Firma ist davon betroffen, hat eine Umfrage ergeben. Die Dunkelziffer dürfte sehr viel höher liegen, sagen Experten.

Düsseldorf - Rund jedes fünfte Unternehmen in Deutschland ist einer Umfrage zufolge bereits Opfer von Industriespionage geworden oder hat wichtige Firmendaten an Konkurrenten verloren. Der jährliche Schaden durch diese ungewollten Informationsabflüsse liegt bei 2,8 Milliarden Euro.

Das hat eine am Donnerstag veröffentlichte gemeinsame Umfrage des Sicherheitsdienstleistungs-Unternehmens Corporate Trust, des Büros für angewandte Kriminologie in Hamburg und des "Handelsblatts". An der Befragung nahmen 741 deutsche Firmen teil.

Der Datenklau geschieht demnach auf ganz unterschiedlichen Wegen: In annähernd 15 Prozent der Fälle haben sich Konkurrenten in die internen IT-Systeme gehackt, zudem wurden Firmen durch Geheimdienste abgehört. In 20 Prozent der Fälle haben die eigenen Mitarbeiter Daten und Informationen weitergegeben, wenn auch manchmal aus Vertrauensseligkeit, berichtet die Zeitung.

Nach Angaben von Corporate Trust steigt die Zahlen der Fälle von Industriespionage im Schnitt jährlich um 10 Prozent. Die Schadenshöhe pro Fall variiere zwischen einigen Tausend und über einer Million Euro.

Allerdings ist die Dunkelziffer sehr hoch, da nur jedes vierte Unternehmen, das Opfer solcher Attacken wurde, die Behörden einschalte. "Die Firmen fürchten, dass ihr Schaden publik wird und ihr Image leidet", sagte Christian Schaaf, Geschäftsführer von Corporate Trust.

manager-magazin.de mit Material von ddp

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