WTO-Chef "Verhandlungen vor Durchbruch"

In der Doha-Runde zum Abbau von Handelsschranken erwartet WTO-Chef Pascal Lamy eine rasche Einigung. Der Generaldirektor der Welthandelsorganisation berichtet dem manager magazin über Fortschritte bei den seit 2001 andauernden Verhandlungen.

Hamburg - Die festgefahrenen Verhandlungen über die weitere Öffnung des Welthandels stehen nach Einschätzung von Pascal Lamy, dem Generaldirektor der Welthandelsorganisation (WTO), vor einem Durchbruch. Er sei "optimistisch, dass wir schon bald zu Ergebnissen kommen werden", sagte Lamy in einem Interview mit der neuen Ausgabe des manager magazins, die ab Freitag (23. November) am Kiosk erhältlich ist.

Als Grund für seine Zuversicht nannte der WTO-Chef die Fortschritte bei den Verhandlungen über die drei entscheidenden Felder Agrarsubventionen, Agrarzölle sowie Zölle auf Industrieprodukte. Hier sei ein Ergebnis "im Dezember oder Januar" möglich. Wenn diese Hürde erst genommen sei, dann seien auch Übereinkünfte in den anderen zwölf Verhandlungsgebieten bis Ende 2008 machbar, sagte Lamy. "Ich appelliere deshalb an die Regierungen der Mitgliedsstaaten: Bringt das jetzt zum Abschluss!"

Die Verhandlungen der Ende 2001 in Doha (Katar) gestarteten Handelsrunde stocken seit Jahren. Sie gelten als die komplexesten der vergangenen Jahrzehnte. Wichtigstes Thema ist die Einbeziehung der Schwellen- und Entwicklungsländer in das Welthandelssystem.

Sollte die Doha-Runde scheitern, hätte dies nach Lamys Meinung große Auswirkungen: "Die Entwicklungsländer wären sehr frustriert, weil die Neuausbalancierung des internationalen Systems gescheitert wäre. Das hätte unvorhersehbare geopolitische Konsequenzen. Auch ökonomisch würden Chancen für Wachstum und Armutsbekämpfung vertan."

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