Stahl Ausgeglichene Handelsbilanz

Die Industrie in Deutschland fragt immer mehr Eisen und Stahl nach. Erstmals haben jetzt die Einfuhren das Niveau der Ausfuhren erreicht, teilt das Statistische Bundesamt mit. Die Preise sind in den vergangenen drei Jahren um 60 Prozent gestiegen.

Wiesbaden/Düsseldorf - Mit 22,9 Millionen Tonnen Einfuhren zwischen Januar und August 2007 habe das Niveau die Ausfuhren von 23 Millionen Tonnen erreicht, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch mit und sprach damit erstmals von einer ausgeglichenen Handelsbilanz.

In den vergangenen drei Jahren hat sich die Einfuhrmenge um ein Drittel erhöht. Die Ausfuhrmenge blieb mit 1,1 Prozent fast gleich. Der Warenwert liegt jeweils bei rund 18 Milliarden Euro. Die Preise stiegen dabei seit 2004 um rund 60 Prozent. Im Weltmarktvergleich liegen die Stahlpreise innerhalb der EU am höchsten, berichtete die Wirtschaftsvereinigung Stahl in Düsseldorf. China gehe dabei mit Dumpingpreisen auf den Markt. Dagegen liefen bereits Beschwerden.

Nach Angaben des International Iron and Steel Institute (IISI) hat sich vor dem Hintergrund des steigenden Bedarfs die weltweite Produktion an Rohstahl innerhalb der vergangenen fünf Jahre um 46 Prozent erhöht. Hauptproduzenten sind asiatische Länder, allen voran China, Japan, die Süd-Korea und Indien. Dort werde fast die dreifache Menge an Stahl produziert wie in Europa.

Deutschlands Handelspartner finden sich nach wie vor überwiegend in der EU. 79 Prozent der deutschen Einfuhrmenge und sogar 83 Prozent der Ausfuhrmenge wurden im Erhebungszeitraum Januar bis August 2007 mit Ländern der EU gehandelt, vor allem mit Frankreich, Italien, den Niederlanden, Belgien und Österreich. Die einzigen nennenswerten Absatzmärkte für Stahl aus Deutschland außerhalb der EU waren die Schweiz, die USA und China. Nicht-EU-Handelspartner auf der Einfuhrseite waren vor allem Russland, China und Brasilien.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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