Chrysler-Deal Daimler in der Pflicht?

Cerberus ist offenbar zum zweiten Mal mit einer dringend benötigten Finanzierung für den US-Autobauer Chrysler gescheitert. Der Finanzinvestor könnte schon bald einen von Vorbesitzer Daimler zugesagten Kredit ziehen.

Detroit/New York - Ein Schuldenpaket von vier Milliarden Dollar (2,7 Milliarden Euro) sollte diese Woche verkauft werden, fand jedoch nicht genug interessierte Anleger, berichtet das "Wall Street Journal" am Mittwoch.

Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Chrysler-Eigner Cerberus demnächst auf einen zugesagten Kredit des früheren Eigentümers Daimler  in Höhe von 1,5 Milliarden Dollar zurückgreifen muss. Daimler hatte die Mehrheit an Chrysler im August an den US-Finanzinvestor verkauft und ist noch mit knapp 20 Prozent an dem drittgrößten US-Autobauer beteiligt.

"Bislang ist der Kredit noch nicht abgerufen worden", sagte eine Daimler-Sprecherin am Mittwoch auf Nachfrage von manager-magazin.de. Der Kredit würde zu marktüblichen Konditionen verzinst. Die Auszahlung sei laut früheren Aussagen von Daimler-Chef Dieter Zetsche wegen der guten Liquidität von Daimler kein Problem, hieß es.

Der Verkauf der Chrysler-Kreditanleihen werde nun auf unbestimmte Zeit verschoben, berichtete das "Wall Street Journal" unter Berufung auf eine mit dem Geschäft vertraute Quelle weiter. Ein neuer Anlauf hänge von den "Marktbedingungen" ab.

Mit der Chrysler-Platzierung seien die Banken J.P. Morgan Chase , Citigroup , Goldman Sachs , Morgan Stanley  und Bear Stearns  beauftragt gewesen. Das Schuldenpaket inklusive weiterer drei Milliarden Dollar an sonstigen Chrysler-Krediten bleibe nun vorerst in den Büchern der Banken. Dies bedeute für die Institute Buchverluste von mindestens 200 Millionen Dollar, schrieb das "Wall Street Journal".

manager-magazin.de mit Material von dpa

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