Einzelhandel Edeka bekommt Mehrheit an Plus

Deutschlands größter Lebensmittelhändler Edeka übernimmt die Mehrheit am Discounter Plus von der Tengelmann-Gruppe. Edeka hat sich damit nach langen Verhandlungen gegen den Konkurrenten Rewe durchgesetzt.

Mülheim an der Ruhr – Deutschlands größter Lebensmittelhändler Edeka schmiedet mit der Tengelmann-Gruppe einen neuen Discount-Riesen mit einem Umsatz von elf Milliarden Euro. Der Tengelmann-Discounter Plus und die Edeka-Tochter Netto gehen dafür eine Partnerschaft ein.

Am neuen Gemeinschaftsunternehmen wird Edeka mit 70 Prozent die Mehrheit halten, wie beide Unternehmen am Freitag in Mülheim/Ruhr mitteilten. "Wir stoßen damit in die Spitzengruppe im deutschen Discount-Markt vor", sagte Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub. Das Kartellamt muss dem Zusammenschluss noch zustimmen.

Die Partnerschaft mit Edeka sei sinnvoll, weil sich die Konzepte und die Filialnetze von Plus und Netto ideal ergänzten, sagte Haub. Bei dem Zusammenschluss handele es sich um eine langfristige Partnerschaft, betonte Haub. Edeka-Chef Alfons Frenk kündigte ein kräftiges Wachstum des neuen Gemeinschaftsunternehmens an. "Die Expansionspläne sehen die Eröffnung von mehr als 300 Märkten pro Jahr vor", sagte er. Die Discounter Plus und Netto verfügen derzeit zusammen über ein Filialnetz von mehr als 4100 Läden.

Damit hat sich Edeka im Bieterrennen gegen den Lebensmittelkonzern Rewe durchgesetzt, der ebenfalls Interesse an Plus hatte. Rewe erinnerte daran, dass ein "riesiger Kraftakt" notwendig gewesen wäre, um dieses Geschäft rentabel zu gestalten. "Abgerechnet wird erst nach Ladenschluss", sagte Rewe-Vorstandschef Alain Caparros. "Wir werden in Deutschland und im Ausland weiter wachsen, aber nicht um jeden Preis."

Über einen möglichen Zusammenschluss von Plus und Edeka hatte manager magazin bereits berichtet. Plus-Eigentümer Tengelmann hatte zuletzt im Oktober von zahlreichen Gesprächen in diese Richtung berichtet. Neben Edeka galt Rewe als größter Interessent.

Die beiden größten deutschen Lebensmittelhändler sind mit Netto beziehungsweise Penny bereits selbst im Discountbereich aktiv. Ihre Discounttöchter sind noch kleiner als Plus, der Nummer drei nach Aldi und Lidl. Plus litt im Geschäftsjahr 2006/2007 (30. April) unter der nachlassenden Nachfrage nach Aktionsware und verbuchte einen Verlust.

manager-magazin.de mit Material von dpa, ap

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