Deutsche Bahn Aufsichtsrat stärkt Mehdorn den Rücken

Der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn unterstützt den harten Kurs von Hartmut Mehdorn im Tarifstreit mit der GDL. Der Bahn-Chef solle nicht auf die Forderungen der Lokführergewerkschaft eingehen - selbst wenn diese dauerhaft weiterstreikt.

Berlin - Im festgefahrenen Tarifkonflikt mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn dem Konzernvorstand den Rücken gestärkt. Das Kontrollgremium um Aufsichtsratschef Werner Müller stütze die Position des Vorstands, hart zu bleiben und nicht auf die Forderung der GDL nach Auflösung der Tarifeinheit einzugehen, teilte die Bahn am Donnerstag nach einer außerordentlichen Sitzung des Gremiums mit. Der Aufsichtsrat bitte die GDL, mit der Bahn in Verhandlungen einzutreten.

Gleichzeitig äußerten sich der Aufsichtsrat sowie der Vorstand besorgt, dass eine politische Absage der umstrittenen Teilprivatisierung der Deutschen Bahn "unabsehbare negative Konsequenzen" für den Konzern haben werde. Beide Gremien begrüßten deswegen das im Koalitionsausschuss erörterte so genannte Holdingmodell als "praktikablen Weg". Dabei müsse der Konzern allerdings als integrierter Konzern erhalten und damit die Arbeitnehmerinteressen geschützt bleiben.

Die große Koalition konnte sich bislang nicht auf ein Modell einigen. Mit Hilfe des Holdingmodells soll nun versucht werden, ein Scheitern des Projekts zu verhindern. Dabei würden der Fern-, Regional- und Güterverkehr sowie die Speditionstochter Schenker in eine Holding überführt, an der sich auch private Investoren mit einer Minderheit beteiligen können sollen. Das Schienennetz bliebe im Mutterkonzern und würde nicht privatisiert.

Die Aufsichtsratssitzung war auf Drängen der Gewerkschaften Transnet und GDBA einberufen worden. Deren Chefs Norbert Hansen und Klaus-Dieter Hommel sind Mitglieder des Gremiums. Sie sind besorgt, dass das Holdingmodell den Einstieg in die Zerschlagung der Deutschen Bahn darstellen könnte.

Beide Gewerkschaften lehnen jegliche Form der Trennung des rund 34.000 Kilometer langen Schienennetzes von den Transportsparten Güter- und Personenverkehr ab. Dies würde den Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung gefährden, hieß es. Derzeit gilt für die rund 130.000 nicht verbeamteten Beschäftigten der insgesamt rund 230.000 Mitarbeiter der Deutschen Bahn bis 2010 ein so genannter Beschäftigungssicherungstarifvertrag.

manager-magazin.de mit Material von ddp und reuters