GPC Stellenabbau soll Überleben sichern

GPC Biotech will auf den schweren Rückschlag mit dem Krebsmittel Satraplatin mit einem drastischen Stellenabbau reagieren. Das Biotechnologieunternehmen plant die Streichung von mehr als 100 Stellen - das sind 44 Prozent der kompletten Belegschaft.

Martinsried - "Unser Ziel, zum Jahresende 2007 noch über ausreichende Finanzmittel für etwa zwei Jahre Geschäftstätigkeit zu verfügen, hat leider eine sehr signifikante Reduzierung unserer Belegschaft auf beiden Seiten des Atlantiks notwendig gemacht," sagte Unternehmenschef Bernd Seizinger am Donnerstag.

Der Abbau von 103 Mitarbeitern - eine Reduzierung um 44 Prozent - betreffe Deutschland wie auch die USA. Insgesamt seien 60 Mitarbeiter in München und 43 am Standort Princeton in den USA betroffen. Nach der in wenigen Wochen erwarteten Schließung des Firmenstandorts in Waltham, Massachusetts, verblieben 56 Beschäftigte in München sowie 58 in Princeton.

GPC Biotech  hält weiter nach Lizenzierungs- sowie Fusions- und Übernahmemöglichkeiten Ausschau. Der Ausblick für 2007, wonach der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr auf 17 bis 19 Millionen Euro zurückgehen soll, wurde bestätigt. Zum Jahresende will GPC Biotech noch über Finanzmittel in Höhe von 60 Millionen Euro verfügen.

Spekulationen über einen Zusammenschluss mit dem Heidelberger Biotech-Unternehmen Heidelberg Pharma wollte ein Sprecher von GPC Biotech nicht kommentieren. Wie die Nachrichtenagentur dpa-afx aus Branchenkreisen erfahren hat, könnte sich GPC-Biotech-Großaktionär und SAP-Mitbegründer Dietmar Hopp für einen Zusammenschluss beider Unternehmen stark machen. Hopp hielt zuletzt 17,2 Prozent an GPC und ist auch an Heidelberg Pharma beteiligt.

GPC Biotech hatte vor einer Woche einen drastischen Stellenabbau angekündigt. Grund war eine Zulassungsstudie in den USA für Satraplatin zur Behandlung von Prostatakrebs. Darin hatte das Mittel keine höhere Gesamtüberlebenszeit gezeigt als ein Placebo. In der SPARC-Studie (Satraplatin and Prednisone Against Refractory Cancer) wurde Satraplatin in Kombination mit Prednisone im Vergleich zu Placebo in Kombination mit Prednisone als eine Zweitlinien-Chemotherapie bei 950 Patienten mit hormonresistentem Prostatakrebs untersucht.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx