IKB-Verkauf Noch nichts entschieden

Klar ist, die Staatsbank KfW will ihren 38-Prozent-Anteil an der in Not geratenen Mittelstandsbank IKB verkaufen. Nach zwei deutschen Instituten hat jetzt auch die schwedische SEB Interesse an der IKB bekundet. Ein Gebot werde angeblich vorbereitet. Entschieden ist aber noch nichts, wie die KfW erklärt.

Frankfurt am Main/Stockholm - Die staatliche Förderbank KfW hat über die Zukunft ihres Anteils an der angeschlagenen Mittelstandsbank IKB  noch nicht entschieden. "Es gibt noch keine Ergebnisse", sagte KfW-Vorstandssprecherin Ingrid Matthäus-Maier der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ/Donnerstag). Die staatliche KfW Bankengruppe hält 38 Prozent an der IKB und hatte im Oktober angekündigt, alle Optionen inklusive eines Verkaufs der Beteiligung zu prüfen.

Erst am Mittwoch hatte die schwedische SEB  Interesse an einem Einstieg bei der IKB gezeigt. SEB-Chefin Annika Falkengren bestätigte der Stockholmer Wirtschafts-Tageszeitung "Dagens Industri" entsprechende Überlegungen. Das Blatt berichtete ohne Nennung von Quellen weiter, dass die zur Wallenberg-Gruppe gehörende SEB in Kontakt mit der Deutschen Bank  steht, um ein gemeinsames Gebot vorzubereiten. Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hatte allerdings erst vor zwei Wochen gesagt, sein Haus habe "überhaupt keine Interesse" an der IKB. Das Institut passe nicht zum eigenen Geschäftsmodell.

SEB-Chefin Falkengren wollte die Angaben nicht kommentieren. Sie sagte, es gebe "viele Interessenten". Über das eigene Interesse meinte sie: "Es kommt darauf an, ob sich das rechnet. Der Preis wird ziemlich hoch sein. Das kann für einen kleinen Bieter schwer werden. Und das sind wir bei dieser Sache." SEB hatte im Jahr 2000 in Deutschland die frühere Gewerkschaftsbank BfG (Bank für Gemeinwirtschaft) übernommen, die heute als SEB AG geführt wird und als wenig erfolgreiche Investition gilt. Falkengren hatte Deutschland nach der Vorstellung des letzten Quartalsbericht als "schwierigen Markt" eingestuft.

DZ-Bank und Commerzbank sind auch interessiert

Die IKB ist als Folge der US-Immobilienkrise in akute Schieflage geraten und rechnet im laufenden Jahr mit bis zu 700 Millionen Euro Verlust.

Vergangene Woche hatte die Postbank Berichte über ein Interesse zurückgewiesen. Interesse bekundet hatten zuvor dagegen die DZ Bank und Commerzbank . Der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverband hatte zudem eine Übernahme durch die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) und die WestLB ins Gespräch gebracht.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx