Überflugstreit "Gnadenfrist" für Lufthansa

Atempause im Überflugstreit zwischen Russland und der Lufthansa: Bis Ende Februar darf die Frachttochter der Airline den russischen Luftraum jetzt durchfliegen. Wie es nach der Fristverlängerung weitergeht, ist aber noch unklar.

Frankfurt am Main - Im Streit zwischen Deutschland und Russland um die Überflugrechte für Frachtmaschinen von Lufthansa  gibt es jetzt eine Fristverlängerung bis Ende Februar. Das teilte das Verkehrsministerium in Moskau am Mittwoch mit.

Demnach darf die Lufthansa-Frachttochter weiter den russischen Luftraum durchfliegen, um mit einem Tankstopp in der kasachischen Hauptstadt Astana die Ziele in Südostasien zu erreichen.

Das Bundesverkehrsministerium habe im Gegenzug die Bereitschaft von Lufthansa Cargo bekräftigt, in Zukunft das Asien-Frachtdrehkreuz von Astana in die sibirische Stadt Krasnojarsk zu verlegen, hieß es in Moskau. Berlin habe in Aussicht gestellt, dass Lufthansa Cargo innerhalb von sechs Monaten nach Abschluss der notwendigen Modernisierung des Flughafens nach Krasnojarsk wechseln könnte.

Sowohl für den Überflug als auch für den Zwischenstopp erhebt Russland Gebühren.

Ein Lufthansa-Sprecher erklärte am Mittwoch jedoch, nach Kenntnis der Airline sei die Entscheidung an keine Bedingung geknüpft, wie die von Moskau zuletzt immer wieder geforderte Entscheidung für eine Verlegung des Lufthansa-Drehkreuzes für Frachtflüge nach Asien von Kasachstan nach Russland.

Über eine solche Möglichkeit würden weiterhin Gespräche geführt werden. Mit den Überflugrechten könne dies aber nichts zu tun haben. "Wir brauchen für die Flugrechte in jedem Fall wieder eine langfristige Lösung", sagte der Sprecher.

Das russische Verkehrsministerium hatte am Vortag mitgeteilt, die deutsche Seite habe bereits im Februar dieses Jahres den Wechsel nach Krasnojarsk verbindlich zugesagt. Moskau hatte die Überflugrechte zunächst nicht verlängert mit der Begründung, die Deutschen hätten ihre Zusagen zu Krasnojarsk nicht eingehalten. Nach dem Protest der Bundesregierung waren die Überflugrechte für Lufthansa Cargo zunächst zum 15. November verlängert worden.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters