Deutsche Börse Personalabbau geplant?

Angeblich plant die Deutsche Börse, sich von bis zu 200 Mitarbeitern zu trennen. Die Zahlen selbst will das Unternehmen nicht bestätigen. Die Arbeitnehmervertretung allerdings scheint die Gerüchte ernst zu nehmen.

Frankfurt am Main - Arbeitnehmervertreter der Deutschen Börse  befürchten im Rahmen der geplanten Kostensenkungen auch Entlassungen. "Es gibt Gerüchte von 100 bis 300 Stellen, belastbare Zahlen liegen uns aber noch nicht vor", sagte Johannes Witt, der als Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat des Frankfurter Marktbetreibers sitzt. Nach Informationen des "Handelsblatts" droht bis zu 200 Mitarbeitern die Entlassung. Das wären sieben Prozent der Mitarbeiter. Ein Sprecher der Deutschen Börse AG wollte die Zahlen nicht kommentieren.

Allerdings sagte der Sprecher der dpa: "Die im Rahmen des Restrukturierungsprogramms notwendigen Personalmaßnahmen sollen auf einvernehmlicher Basis und sozialverträglich über einen Zeitraum von drei Jahren bis 2010 umgesetzt werden." Welche Maßnahmen genau ergriffen werden, könne "erst nach Abschluss der Gespräche mit den Belegschaftsvertretern" gesagt werden. Diese sollen "planmäßig in den kommenden Wochen vor Jahresende erfolgen".

Branchenkenner halten es für unwahrscheinlich, dass die von Rekord zu Rekord eilende Deutsche Börse betriebsbedingte Kündigungen ausspricht. Allerdings hatte das Börsen-Management im September in einem Schreiben an die Mitarbeiter verkündet, sie bespreche mit den Mitarbeitervertretern auch "Möglichkeiten für einen begrenzten Personalabbau".

Zudem gehe es um "Verlagerungen in einzelnen, ausgewählten Bereichen". Ende des ersten Halbjahres 2007 beschäftigte der Frankfurter Marktbetreiber 3005 Mitarbeiter. Die Deutsche Börse will ihre jährlichen Kosten schon 2008 um 50 Millionen Euro drücken. Die Deutsche Börse hatte im September ein Effizienzprogramm beschlossen, das Einsparungen von insgesamt 100 Millionen Euro pro Jahr vorsieht.

manager-magazin.de mit Material von ddp und dpa

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