Airbus Der 20-Milliarden-Dollar-Deal

Die EADS-Tochter Airbus hat einen milliardenschweren Großauftrag aus Dubai unterzeichnet. Die Fluggesellschaft Emirates bestellte 70 Exemplare des neuen Langstreckenflugzeugs A350, elf A380 kommen hinzu. Insgesamt hat der Auftrag einen Wert von über 20 Milliarden Dollar.

Dubai – Mit dem Verkauf hat Airbus seine Position auf dem Weltmarkt für Großflugzeuge erheblich ausgebaut. Die Fluggesellschaft Emirates bestellte den A350XWB auf der Luftfahrtmesse in Dubai in zwei Versionen. Eine Option für 50 weitere Maschinen unterschrieb Emirates ebenfalls. Der A350 existiert bisher nur auf dem Papier: Die Auslieferung an die Kunden soll 2013 beginnen. Insgesamt umfasst der Auftrag einen Wert von 20,2 Milliarden Dollar.

Im Frühjahr hatte Emirates bereits den Kauf von acht A380 angekündigt; der Auftrag wurde jetzt auf elf erweitert und unterschrieben. Emirates wird damit mit 58 festen Bestellungen größter A380-Kunde. Emirates-Chef Scheich Ahmed Bin Said al-Machtum erklärte, Emirates wolle mit den Airbus-Großflugzeugen zur führenden Fluggesellschaft des 21. Jahrhunderts werden. 2012 wolle Dubai 15 Millionen Besucher anziehen.

Mit der A350 tritt Airbus gegen die Boeing-Verkaufschlager 787 und 777 an. Allerdings kommt das weitgehend aus Verbundstoffen gefertigte Flugzeug fünf Jahre später als der US-Konkurrent auf den Markt. Die A380 mit 525 Sitzen startete mit zwei Jahren Verspätung. Die Verzögerungen haben das Unternehmen trotz hervorragender Auftragslage in eine Krise gestürzt.

Erst gestern war bekannt geworden, dass EADS  wegen seiner Lieferprobleme beim Militär-Transporter Airbus A400M angeblich neue Verträge aushandeln will. Damit solle ein Teil der drohenden Verluste auf die Regierungen und damit auf den Steuerzahler abgewälzt werden, schreibt das Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL am Samstag vorab.

Ziel sei es, die Regeln des Kaufvertrags vom 27. Mai 2003 auszuhebeln, die eine "Verzugsentschädigung" vorsehen - und es ermöglichten, den Vertrag bei einer mehr als zehnmonatigen Verspätung ganz zu kündigen. Laut dem vertraulichen Vertrag könne Berlin für jeden Tag "nicht entschuldbarer" Verspätung 0,02 Prozent vom Grundpreis des Fliegers einbehalten. Diese Entschädigung sei allerdings gedeckelt und betrage maximal 6 Prozent: Beim vereinbarten Festpreis von 78,21 Millionen Euro (ohne Steuern und Inflationsausgleich) pro Maschine entspräche das etwa 4,7 Millionen Euro.

Die Strafen werden laut Magazin aber hinfällig, falls die neun an dem Projekt beteiligten Länder einem neuen Lieferplan - samt Verspätung - zustimmen. Insgesamt hat EADS 192 Transporter für gut 20 Milliarden Euro unter Vertrag. Noch gelte, dass die Luftwaffe die erste von 60 bestellten Maschinen 86 Monate nach Vertragsunterzeichnung, im Juli 2010, erhalten muss.

EADS hat angekündigt, das Projekt könne sich wegen technischer Probleme um bis zu zwölf Monate verzögern. Zudem klagte das Unternehmen, sein Gewinn werde wegen des Mehraufwands um 1,37 Milliarden Euro geschmälert. EADS dürfe nicht "gezwungen sein, alles allein zu tragen", forderte Konzern-Chef Louis Gallois laut Magazin vergangene Woche, "die Regierungen können nicht abseits stehen". In Branchenkreisen werde vermutet, dass sich der Franzose in Paris, das 50 Maschinen kauft, bereits Rückendeckung geholt habe, schreibt das Magazin.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa