EADS Schlechte Zahlen, positive Wirkung

Verspätungen beim Militärtransporter A400M haben EADS im dritten Quartal tiefrote Zahlen beschert. Das Unternehmen senkte seine Gewinnprognose und stellte den neuen Wert sogleich unter den Vorbehalt, dass der Dollar nicht noch weiter nachgibt. Die Börse reagierte euphorisch.

München - Die Titel des Luft- und Raumfahrtkonzerns entwickelten sich am Donnerstag nach Bekanntgabe der Quartalszahlen sehr fest. Gegen 10.25 Uhr stiegen die EADS-Aktien  um 5,55 Prozent auf 22,62 Euro zugelegt und setzten sich damit an die Spitze des MDax . Der Index der mittelgroßen Werte fiel hingegen zugleich um 1,17 Prozent auf 10.131,22 Zähler.

Ein Händler verwies darauf, dass der Luft- und Raumfahrtkonzern zwar wegen den Verspätungen beim Militärtransporter A400M tief in die roten Zahlen gerutscht ist. Die negativen Nachrichten seien jedoch bereits weitestgehend in den Kurs eingepreist, sagte der Experte.

Zuvor hatte EADS bekannt gegeben, dass der Verlust vor Zinsen, Steuern, Firmenwertabschreibungen und Sonderposten, zwischen Juli und Ende September von 228 auf 710 Millionen Euro gestiegen ist. Grund seien Sonderaufwendungen bei Airbus für den A400M in Höhe von 1,37 Milliarden Euro.

Hinzu kamen Sonderaufwendungen für den neuen Langstreckenflieger A350XWB, den A380 und der ungünstige Dollar-Wechselkurs.

Der Umsatz legte dagegen von 8,489 auf 9,274 Milliarden Euro zu. Unterm Strich vergrößerte sich der Fehlbetrag von 189 auf 776 Millionen Euro.

Bei Airbus verbesserten sich die Erlöse von 5,416 auf 5,967 Milliarden Euro und lagen damit deutlich über den Erwartungen der Analysten, die von 5,152 Milliarden Euro ausgegangen waren. Operativ (EBIT) vergrößerte sich der Verlust von 347 auf 696 Millionen Euro.

Ausblick getrübt, Gewinnprognose gesenkt

Den Ausblick auf das Gesamtjahr stutzte EADS nach den neuen Problemen und Verspätungen beim A400M erwartungsgemäß zurecht. Statt eines operativen Ergebnisses von rund 400 Millionen Euro wird nur noch ein "EBIT an der Gewinnschwelle" erwartet.

Der Umsatz soll hingegen nur sehr geringfügig zurückgehen. Bislang hatte EADS von einem Umsatzrückgang im einstelligen Prozentbereich gesprochen. Dabei wird von 440 bis 450 Flugzeugauslieferungen bei Airbus ausgegangen.

Die neue Prognose basiert auf einem Eurokurs von 1,40 Dollar. Zuvor hatte EADS 1,35 Dollar zugrunde gelegt. Wenn sich an diesen Rahmenbedingungen noch etwas ändere, stehe auch die neue Prognose unter Vorbehalt, betonte EADS.

Der schwache Dollar liegt nach Aussagen von EADS-Chef Louis Gallois wie ein Damoklesschwert über dem Konzern. Weitere Kosteneinsparungen seien daher nötig, sagte Gallois am Donnerstag in einem Interview im französischen Radio. "Wir müssen bis 2010, 2011 zusätzlich eine Milliarde Euro einsparen", sagte er. Ob damit auch weitere Stellenstreichungen verbunden seien, wollte Gallois nicht sagen. Am Donnerstag kostete der Euro  1,46 Dollar.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa-afxp

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