Siemens Gewinnsprung geschafft

Obwohl Siemens in der jüngeren Vergangenheit etliche Sonderlasten zu tragen hatte, konnte das Unternehmen seinen Gewinn steigern. Davon sollen auch Anleger profitieren - mit einer erhöhten Dividende.

München - Der Technologiekonzern Siemens  hat im abgelaufenen Geschäftsjahr trotz zahlreicher Sonderlasten einen Gewinnzuwachs verzeichnet.

Der Gewinn nach Steuern legte 2006/07 um gut ein Fünftel auf 4,04 Milliarden Euro zu, wie das Unternehmen am Donnerstag in München mitteilte. Die Steuerlast aus dem Verkauf der Automobilsparte betrage rund eine Milliarde Euro. Der Kaufpreis von gut elf Milliarden Euro werde allerdings erst im neuen Geschäftsjahr verbucht.

Der Umsatz kletterte um rund ein Zehntel auf 72,45 Milliarden Euro. Bricht man die Zahlen auf das einzelne Quartal herunter, so lag der Umsatz im abgelaufenen Jahresviertel bei 20,201 Milliarden Euro. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es noch 18,471 Milliarden. Die zehn von der Finanz-Nachrichtenagentur dpa befragten Analysten hatten im Schnitt mit 20,529 Milliarden Euro gerechnet.

Siemens kündigte an, die Dividende um 15 Cent auf 1,60 Euro je Aktie aufzustocken, und will im kommenden Geschäftsjahr weiter wachsen. "Operativ erwarten wir für das Geschäftsjahr 2008 weiterhin ein profitables Wachstum. Wir gehen davon aus, dass unser Volumen prozentual doppelt so stark wachsen wird wie das weltweite Bruttoinlandsprodukt", erklärte Vorstandschef Peter Löscher.

In der Schmiergeldaffäre fand Siemens weitere zweifelhafte Zahlungen. Außerhalb des Bereichs Com haben die internen Ermittler in den entscheidenden Jahren 2000 bis 2006 weitere 857 Millionen Euro entdeckt. Damit summieren sich die zweifelhaften Zahlungen auf insgesamt 1,3 Milliarden Euro. Aus den neuen Entdeckungen erwartet Siemens eine zusätzliche Steuerbelastung von 339 Millionen Euro. Das Unternehmen erklärte die Suche damit aber auch für weitgehend abgeschlossen.

Das Landgericht München hatte Anfang Oktober wegen dubioser Geldströme in der früheren Com-Sparte eine Geldbuße von 201 Millionen Euro verhängt, die im vierten Quartal verbucht ist. Hinzu kommt eine Steuernachzahlung von 179 Millionen Euro, für die Siemens allerdings bereits im Jahr 2006 Rückstellungen von 168 Millionen Euro gebildet hatte. Die externen Berater, die sich im Auftrag von Siemens auf die Suche nach den schwarzen Kassen begeben hatten, kosteten im Schlussquartal 159 Millionen Euro. Die Anwälte liefern der US-Börsenaufsicht SEC zu, von wo eine weitere Strafe droht.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters

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