Commerzbank Jahresziel schon übertroffen

Trotz höherer Abschreibungen als im Vorjahr hat die Commerzbank ihren Gewinn im dritten Quartal gesteigert und erreichte schon Ende September ihr Ergebnisziel für das Gesamtjahr. Allerdings hat sich die Bank mit ihren Subprime-Abschreibungen verschätzt. Der Aktienkurs des Commerzbank kletterte dennoch deutlich.

Frankfurt am Main - Der scheidende Commerzbankchef Klaus-Peter Müller hinterlässt seinem designierten Nachfolger Martin Blessing ein geordnetes Haus: Trotz millionenschwerer Abschreibungen wegen der US-Immobilienkrise hat die zweitgrößte deutsche Bank in den ersten neun Monaten des Jahres schon mehr Gewinn erzielt als im Gesamtjahr 2006. Das Institut wies am Dienstag in Frankfurt am Main einen Überschuss von 1,72 Milliarden Euro aus. Im Jahr 2006 lag der Gewinn bei knapp 1,6 Milliarden Euro.

"Diese Zahlen zeigen, dass die Commerzbank  hält, was sie verspricht", erklärte Müller, der im Mai 2008 in den Aufsichtsrat wechselt. Zu seinem Nachfolger bestimmte der Aufsichtsrat den 44-jährigen Martin Blessing, der seit 2001 im Vorstand der Bank sitzt.

"Martin Blessing hat maßgeblich an der Neuausrichtung der Commerzbank in den letzten Jahren mitgewirkt und steht somit für strategische Kontinuität", erklärte Müller. Der studierte Betriebswirt habe die Sparte Mittelstandsbank zu einer bemerkenswerten Ertragsstärke geführt. Blessing verfüge "über beste Voraussetzungen, um die Commerzbank auf ihrem nachhaltigen Wachstumskurs weiter voranzubringen".

Das dritte Quartal wurde durch Abschreibungen von 291 Millionen Euro aus der US-Immobilienkrise belastet, deutlich mehr als die zunächst erwarteten rund 80 Millionen Euro. Dennoch lag der Überschuss auch dank steuerlicher Sondereffekte mit 339 Millionen Euro um satte 56 Prozent über dem Wert des Vorjahresquartals. Als operatives Ergebnis im dritten Quartal wies die Commerzbank 361 Millionen Euro aus, 7 Prozent mehr als im Vorjahr. In den ersten neun Monaten lag das operative Ergebnis bei 2,34 Milliarden Euro, 17 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Müller bekräftigte die Prognose für das Gesamtjahr, wonach eine Eigenkapitalrendite nach Steuern von mehr als 15 Prozent erreicht werden soll. Für das Jahr 2008 erwarte er eine weitere Steigerung der Eigenkapitalrendite. Die Bank wolle den Kurs der Konzentration auf kundennahes Geschäft und kontrolliertes Wachstum fortsetzen.

In den ersten neun Monaten seien vor allem die Bereiche Geschäfts- und Privatkunden und die Mittelstandsbank die Ergebnistreiber gewesen, erklärte die Bank weiter. Die Kundenzahl sei im bisherigen Jahresverlauf netto um 230.000 gewachsen. Die von Blessing verantwortete Mittelstandsbank habe ihr Soll mit einem operativen Ergebnis von 993 Millionen Euro schon deutlich übererfüllt. Der Bereich Corporates & Markets rutschte wegen der Krise an den Finanzmärkten im dritten Quartal dagegen ins Minus.

Auch wenn Analysten mit einem höheren Nettogewinn gerechnet hatten, beflügelten die insgesamt positiven Zahlen und der Ausblick den Kurs der Commerzbank-Aktie: Sie legte zeitweise um mehr als 4 Prozent zu, am ende des elektronischen Handelstages war sie schließlich 0,99 Prozent mehr wert als gestern und kostete 27,46 Euro.

manager-magazin.de mit Material von dow jones und dpa-afx

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