Ostsee-Pipeline Holland macht mit

Die russisch-deutsche Gemeinschaftsfirma zum Bau der Ostsee-Gaspipeline hat einen niederländischen Partner aufgenommen. Gasunie steigt in das Betreiberkonsortium Nord Stream ein. Das Pipeline-Unternehmen kann somit künftig auch Gas durch die Niederlande nach Großbritannien pumpen.

Moskau - Das staatliche holländische Gasunternehmen Gasunie beteiligt sich an der geplanten Ostsee-Pipeline von Russland nach Deutschland. Das entsprechende Abkommen haben heute Gasunie-Chef Marcel Kramer und der Vorstandschef von Gazprom  Alexej Miller in Moskau unterzeichnetet.

Danach wird Gazprom auch künftig die Mehrheit von 51 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen halten. Die beiden deutschen Gesellschafter Eon Ruhrgas und Wintershall, die bislang jeweils 24,5 Prozent besaßen, würden deshalb je 4,5 Prozent ihrer Anteile an die Niederländer abtreten, kündigte Miller an.

Im Gegenzug übernehme Gazprom einen neunprozentigen Anteil an der 235 Kilometer langen Gasleitung Balgzand Bacton Line (BBL) zwischen den Niederlanden und Großbritannien, an der Gasunie 60 Prozent der Anteile halte. Über die Pipeline mit einer Jahresleistung von 16 Milliarden Kubikmeter soll künftig auch russisches Gas nach Großbritannien fließen.

"Die Beteiligung von Gasunie an Nord Stream ist ein extrem wichtiger Schritt zur Gewährleistung der Energiesicherheit Europas", sagte der Chef des vom Kreml kontrollierten Gasmonopolisten. Kramer betonte, dass in Europa die Nachfrage nach Gas hoch bleibe, während seine Förderung auf dem Kontinent weiter schrumpfe.

Neben Gasunie hatten unter anderem auch Gaz de France  sowie die britischen Centrica  und BP Interesse an einem Einstieg in das Projekt Nord Stream bekundet. Durch die 1200 Kilometer lange Ostsee-Pipeline sollen nach ursprünglichen Plänen ab 2010 jährlich bis zu 27,5 Milliarden Kubikmeter Gas gepumpt werden. Mit einem zweiten Strang soll die Leistung von 2012 an verdoppelt werden.

Das Projekt hatte der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) in den letzten Wochen seiner Amtszeit zusammen mit Russlands Präsident Wladimir Putin auf den Weg gebracht. Schröder leitet den Aufsichtsrat von Nord Stream.

manager-magazin.de mit Material von dow jones, dpa und reuters

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