VW/Porsche Kompromiss in greifbarer Nähe?

VW und Porsche sind einer Einigung näher gekommen. Die VW-Betriebsräte könnten einem Konzernaufsichtsrat zustimmen, der von je drei Arbeitnehmervertretern der beiden Autobauer besetzt wird.

Wolfsburg/Stuttgart - Im Mitbestimmungsstreit zwischen dem VW-Betriebsrat und Großaktionär Porsche  bahnt sich nach Informationen der Wirtschaftszeitung "Automobilwoche" ein Kompromiss an. Danach könnten die VW-Betriebsräte in einem künftigen Großkonzern einem Aufsichtsrat mit jeweils drei Porsche- und VW-Vertretern auf der Arbeitnehmerseite zustimmen.

Als Gegenleistung erwarteten die Wolfsburger jedoch ein Einlenken von Porsche-Chef Wendelin Wiedeking im Ringen um eine größere Arbeitnehmervertretung der Holding, die künftig die VW-Anteile kontrollieren soll. Dies verlautete aus dem Umfeld von VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh.

"Wenn der Betriebsrat der Porsche Holding wie zunächst geplant nur 40 Personen umfassen würde, könnte VW die Interessen seiner zahlreichen Produktionsstätten in Europa nicht annähernd adäquat abbilden", zitierte die Automobilwoche einen Insider, der namentlich nicht genannt werden wollte. Das Gremium sollte deshalb deutlich mehr Personen umfassen. Bei Abstimmungen müsse die weitaus größere Belegschaft von VW im Vergleich zu Porsche berücksichtigt werden.

Kurz vorher gab sich Osterloh noch kämpferisch. "Die VW-Beschäftigten im In- und Ausland wollen wissen, wie sich die Porsche-Eigner die gemeinsame Zukunft von Volkswagen  und Porsche vorstellen", sagte Osterloh der "Berliner Zeitung".

Die Vereinbarung über die Besetzung der Arbeitnehmerbank im Aufsichtsrat der künftigen Porsche Holding - in der alle Beteiligungen gebündelt werden sollen - war ohne Mitwirkung der VW- Betriebsräte entstanden. Danach sind für die fast 325.000 VW- Mitarbeiter im Aufsichtsrat ebenso drei Sitze vorgesehen wie für die rund 11.400 Porsche-Beschäftigten.

manager-magazin.de mit Material von dpa