Münchener Rück Expansion in Indien

Die Münchener Rück setzt ihren Expansionskurs im Ausland unverändert fort. Nach einem britischen Spezialversicherer zu Wochenbeginn ist es jetzt ein Baufinanzierer in Indien. Mit finanziellen Details zu dem Deal hält der Konzern erneut hinter dem Berg.

München - Nachdem die Münchener Rück am Montag die Übernahme des britischen Spezialversicherers MSP Underwriting bekannt gegeben hatte, hat der Konzern nun für die Tochter Ergo  in Indien einen Partner gefunden. Der größte Wohnungsbaufinanzierer des Landes, die Housing Development Finance (HDFC), gründe mit der Ergo ein Gemeinschaftsunternehmen, teilte der weltweit zweigrößte Rückversicherer am Dienstag mit.

An dem Joint Venture mit dem Namen HDFC Ergo General Insurance werde die Düsseldorfer Ergo 26 Prozent der Anteile halten. Der Rest liege bei der HDFC, einer 1977 gegründeten Firma, die mittlerweile über 234 Vertriebsstellen verfüge. Das Gemeinschaftsunternehmen, das seinen Sitz in Mumbai haben werde, soll in der Schaden- und Unfallversicherung aktiv sein.

Zu den finanziellen Details der Transaktion machte die Münchener Rück keine Angaben. Der Dax-Konzern ist der weltweit zweitgrößte Rückversicherer, hat über die Ergo aber auch ein Standbein in der Erstversicherung und baut diesen Bereich gerade aus.

Das Gemeinschaftsunternehmen in Mumbai schließt Lebensversicherungen nicht ein. Die Münchener Rück will allerdings noch in diesem Jahr im rasant wachsenden indischen Markt im Lebensversicherungsbereich einen Partner finden, sagte Konzernchef Nikolaus von Bomhard am Dienstag in einer Telefonkonferenz.

Bereits am Montag hatte die Münchener Rück die Übernahme des britischen Spezialversicherers MSP Underwriting für einen "mittleren zweistelligen Millionenbetrag" bekannt gegeben. Mit der Akquisition des Unternehmens stärke der Rückversicherer vor allem sein Sachversicherungsgeschäft. Die Transaktion soll Ende des Jahres vollzogen werden. Die MSP Underwriting ist über mehrere Töchter international im Erstversicherungsgeschäft tätig.

Ein ganz anderer Kaliber stellt dagegen das Gebot für den US-Erstversicherer Midland vor etwa zwei Wochen dar. Die Münchner bieten 65 Dollar je Aktie und zahlen damit einen 13,5-prozentigen Aufschlag auf den Schlusskurs vom 16. Oktober. Insgesamt will die Münchener Rück 1,3 Milliarden Dollar (917 Millionen Euro) für die ausstehenden Midland-Aktien ausgeben. Die Transaktion soll im ersten Quartal nächsten Jahres abgeschlossen werden. Der Zukauf sei Teil der kürzlich angekündigten Neuausrichtung des Unternehmens auf dem amerikanischen Versicherungsmarkt.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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